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Kontroverser
Rechter mit Großvater-Image Ariel Scharon gewinnt
die Ariel Scharon stand die Genugtuung über das gute Abschneiden seiner Partei am Dienstagabend ins Gesicht geschrieben. Der fast 75-Jährige hat seine rechte Likud-Partei bei der vorgezogenen Parlamentswahl nach 14 Jahren wieder zur deutlich stärksten Knesset-Fraktion gemacht. Und dies, obwohl Scharon keines seiner Wahlversprechen einlösen konnte. "Frieden und Sicherheit" für Israel hatte Scharon vor zwei Jahren versprochen, als er zum ersten Mal zum Regierungschef gewählt worden war. Beides ist heute ebenso wenig in Sicht, wie die Beendigung der tiefen Wirtschaftskrise im Lande.
Gefürchtet und verachtet Für viele Israelis hat Scharon inzwischen einen Wandel zum besonnenen Politiker und Staatsmann vollzogen. Der massige Schafsfarmer nahm ein fast schon großväterliches Image an. Doch für seine Gegner bleibt er der unberechenbare Machtpolitiker mit Methoden eines "Bulldozers". Gewaltanwendung zur Durchsetzung politischer Absichten zieht sich durch seine Karriere, die bis heute von seiner Rolle im Libanonkrieg geprägt wird. Massaker an Palästinensern Seit Scharon 1974 in die Politik ging, galt er als Mentor der jüdischen Siedler in den Palästinensergebieten. Angesichts zahlreicher palästinensischer Terroranschläge hat er seit seiner Wahl 2001 die Eskalation des Konflikts, die gezielte Zerstörung der Autonomiebehörde, die Wiederbesetzung des Westjordanlands und die Entmachtung seines Erzfeindes Jassir Arafats betrieben. Unter dem Druck der USA will er zwar einen Palästinenserstaat anerkennen. Seine Maximalforderungen lassen aber Frieden zu seinen Bedingungen fraglich erscheinen. |
Der "Bulldozer" im
Friedensprozess Ariel Scharon im Porträt
Nach einer Karriere
mit vielen Höhen und Tiefen hat Ariel Scharon 2001 als
Ministerpräsident den Zenit seiner Laufbahn erreicht. Der
73-jährige Ex-General und frühere Minister wurde auf einer
Welle der Enttäuschung über die erfolglose Friedenspolitik
seines Vorgängers Ehud Barak ins Amt gespült und 2003 von
seinen desillusionierten Landsleuten überraschend
wiedergewählt. Mit Scharon verband sich für viele Israelis die Hoffnung, die zwischen orthodoxen und weltlichen Juden zerrissene Gesellschaft zu einen. Doch das scheint eine fast ebenso schwere Aufgabe wie die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern.
Größte
Niederlage Viele Israelis sagen, genau das brauche das Land während eines Aufstandes der Palästinenser. Sein politischer Stil hat ihm im eigenen Land den Spitznamen "Bulldozer" eingebracht. Scharon kämpfte als Offizier im Sechstagekrieg von 1967. Im Jom-Kippur-Krieg von 1973 trug er wesentlich zum Erfolg der israelischen Truppen gegen Ägypten und Syrien bei und wurde in Israel als Held gefeiert. Im selben Jahr war Scharon einer der Gründer der Likud-Partei und trat in der Folgezeit in zahlreiche Regierungen als Minister ein. Zuletzt war er Außenminister in der Regierung von Benjamin Netanjahu. Kaum in diesem Amt, erklärte Scharon den zwischen Netanjahu und Palästinenser-Präsident Jassir Arafat vereinbarten Truppenrückzug aus weiteren Teilen der besetzten Gebiete zur nationalen Katastrophe. In Wye, wo die Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern stattfanden, weigerte sich Scharon 1998, Arafat die Hand zu reichen. Der Friedensprozess hat während Scharons Amtszeit unter gegenseitigen Schuldzuweisungen herbe Rückschläge erlitten.
Das Gesicht
des Hardliners Politisch hatte er auch vor den Wahlen 2003 nicht viel zu bieten: Israels Wirtschaft befand sich - nicht zuletzt durch die blutige Intifada - im freien Fall. Und auch der Friedensprozess kam nicht voran. Trotzdem wurde er mit überraschend gutem Ergebnis als Ministerpräsident bestätigt.
Massiver
internationaler Druck "Wir erwarten keine hundertprozentigen Erfolge, sondern hundertprozentige Anstrengungen", lautete bald die offizielle Devise der Regierung Ariel Scharon. Und unter seiner Führung billigte die Regierung im Mai 2003 den Friedensplan - und erkannte damit erstmals das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat an.
Persönliche
Tragödien Scharons zweite Ehefrau Lily, die Schwester seiner ersten Frau, erlag im vergangenen Jahr einem Krebsleiden. Scharon nannte es "tieftraurig", dass sie seine Wahl zum Ministerpräsidenten, für die beide jahrelang gekämpft hatten, nicht miterleben konnte. |