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In der Beilage "Zeitbilder" veröffentlichten
Christian Schmidt (Text) und Kai Wiedenhöfer (Bild) einen drei
seiten langen Artikel über den Sicherheitszaun, den Israel in
der Westbank baut (klicken Sie hier
für eine Abschrift). "Grenzland", so der Title des Artikels, ist
ein weiteres Beispiel dafür, dass die Neue Zürcher Zeitung, die
auf der ganzen Welt einen renomierten Namen hat, sich ganz auf
die palästinensische Seite geschlagen hat. Schmidt ging es mit
seinem Artikel nicht darum, einen objektiven Bericht zu
schreiben. Sein Ziel ist es nur, die Israelis als brutale und
rücksichtslose Herrscher und die Palästinenser als unschuldige,
harmlose und bedauernswerte Opfer darzustellen. Um dies zu
erreichen, wählt Schmidt für alles Israelische nur negative
Ausdrücke und Beschreibungen. Fakten, die die Israelische Seite
darstellen, werden entweder verfälscht, dem Leser nicht
erläutert oder ganz einfach unterschlagen. Die folgende Tabelle
zeigt dies anhand einiger Beispiele.
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NZZ |
Kommentar |
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"Eine Million Israeli hungert". |
Mit diesem Zitat aus einer Israelischen
Tageszeitung soll dem Leser vermittelt werden, dass es die
hohen Kosten der Mauer sind, die für die Hungerarmut dieser
Israeli verantwortlich ist. Gemäss eines erst kürzlich
veröffentlichten Berichtes gibt es 850'000 unter Armut
leidende Schweizer. Eine ähnliche Zahl wie in Israel. Haben
die Schweizer auch eine Mauer gebaut? Es ist sicher, dass
der jetztige Krieg an der Israelischen Wirtschaft nagt. Aber
die weltweite Rezession hat einen wichtigen Teil an der
schlechten wirtschaftlichen Lage in Israel. Schmidt zitiert
blind eine Schlagzeile aus einer Israelischen Tageszeitung,
ohne dies weiter zu hinterfragen. |
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"Dann ist die Mauer plötzlich da, ein graues
Band. Aus dem Landesinnern ist sie gekommen, nun läuft sie
parallel zur A6". |
Kein Wort davon, dass Kalkilya quasi nur ein
Steinwurf von Kfar Saba entfernt ist. Kein Wort davon, dass
vor der Mauer, Selbstmordattentäter unbehindert von Kalkilya
nach Kfar Saba gekommen sind. Kein Wort davon, dass vor dem
Mauerbau, Fahrzeuge auf der A6, dies sich ganz im
Israelischen Kernland befindet, von Kalkilya aus beschossen
wurde. |
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"Geblieben ist ein einziger Checkpoint, eine
winzige Lücke, durch die sich der Waren- und Personenverkehr
von 41600 Menschen quälen muss." |
Seit dem Ausbruch der jetztigen Intifada
müssen sich 6 Millionen Israelis tagtäglich mehrmals durch
winzige Lücken quälen: So gibt es heute praktisch vor jedem
Restaurant, Cafe, Warenhaus, Suppermarkt, Spital, Bahnhof,
Kleidergeschäft etc. etc. Sicherheitskontrollen. Dabei
werden Taschen, Mäntel und Kleider auf Waffen und Bomben
untersucht. In den Hauptbusstationen werden die Reisenden
wie auf den internationalen Flughäfen untersucht. Wo wird
jeder
Israeli täglich mehrmals solcher Sicherheitskontrollen
unterzogen. Sogar beim Besuch eines romantischen
Strassencafes. Doch bei Schmidt kein Wort davon.
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"Wir reihen uns ein und rollen langsam auf
die Mündungen der Gewehre zu." |
Haben die Israelischen Soldaten ihre Waffen
direkt auf Schmidt gerichtet? Diese dramatische Schielderung
eine weiteres Beispiel dafür, dass es Schmidt nicht um einen
objektiven Bericht geht. Es geht ihm nur um anti-israelische
Stimmungsmache. |
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".... nutzen wir die Unaufmerksamkeit, um
unsern kleinen Opel an der Schranke vorbeizusteuern und den
Checkpoint zu umfahren." |
Bei diesem Sicherheitszaun/Mauer handelt es
sich nicht um eine zweite "Berliner Mauer". Damals ging es
der DDR darum, ihre eigenen Bürger einzusperren. Die
Israelisch Regierung will mit diesem Zaun/Mauer das
eindringen von Terroristen nach Israel verhindern. Dass
Schmidt es schaffte, den Israelischen Soldaten ein
Schnippchen zu schlagen und ungehindert den Checkpoint von
Israel in die Palästinensergebieten passieren konnte, ist
aus israelischer Seite nicht so schlimm. Denn bei diesem
Sicherheitszaun geht es in erster Linie darum, das
Eindringen von Terroristen nach Israel zu verhindern. |
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"Wir sehen unter den Lastwagen hindurch die
Stiefel der Grenzpolizisten." |
"Stiefel der Grenzpolizisten": Soll hier etwa
etwas aus der braunen Vergangenheit Europas suggeriert
werden? Israelisch Soldaten und Grenzpolizisten tragen kein
Stiefel. Es handelt sich dabei um über die Knöchel reichende
hohe Schuhe, die nicht im entferntesten etwas mit der bekannten
Vorstellung von soldatischen Stiefeln zu tun haben. |
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"Stellt man sich nahe an den Beton, ist der
Verkehr auf der anderen Seite zu hören, das Geräusch der
Freiheit." |
Entschuldigen Sie Herr Schmidt, aber was soll
dieses Blabla? Trägt dieser Satz etwas zur Darstellung der
Fakten dar? Gibt es in Kalkilya kein Verkehrsgeräusch? |
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"Der Rest seiner Ernte wird verfaulen, die
süssen Guavas, die prallen Auberginen, die sonnenwarmen
Feigen." |
"Pralle Auberginen, sonnenwarme Feigen":
Handelt es sich hier um einen Werbespot? Der von Schmidt
gewählte Stiel passt in die Regenbogenpresse, aber nicht in
die NZZ. |
"Als wir spätabends bei Humus, Auberginen und
Pitas sitzen, unter einem Vollmond, dessen Licht sich in den
Rebenblättern verfängt, in der Nase den Geruch
überquellender Sickergruben, fallen Schüsse. Es sind
ungezielte Salven über die Mauer hinweg. Sie bleiben
unerwidert. Sie tönen auch nicht wie Schüsse, eher wie
sinnlose Schreie aus einem Verlies."
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Man bekommt hier den Eindruck, dass Schmidt
zu viele Groschenromane gelesen hat. Oder dass die
verantwortlichen Redaktoren beim redigieren des Artikels
geschlafen haben. |
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"Draussen. Das Restaurant B'sograim befindet
sich in einer Villa in der jüdischen Neustadt Jerusalems, es
liegt versteckt in einem Park, umstanden von alten Bäumen.
Nach drei Tagen Kalkilya kann man hier bei koscherer Küche
den Berichten geknechteter Menschen nachsinnen und
gleichzeitig die Gegenseite beobachten: Junge Israeli treten
ein und schieben ihre Sturmgewehre so beiläufig unter den
Tisch, als seien es Aktentaschen oder Hunde. An der Hand
führen sie ihre Freundinnen, hellhäutige Geschöpfe, welche
am Tisch die Hände falten und scheu lachen. Die Welt will
glücklich sein. Die Welt will gut sein." |
Schmidt besucht ein Restaurant in Jerusalem.
Kein Wort davon, dass auch bei diesem Restaurant ein
Sicherheitsbeamte die Besucher auf Bomben untersucht. Wieso
wird dies von Schmidt unterschlagen?
Im gleichen Absatz bedient sich Schmidt einer Sprache, die
anti-israelische, wenn nicht antisemitische, Gefühle schüren
soll: "Berichte geknechteter Menschen...", "schieben
ihre Sturmgewehre so beiläufig unter den Tisch", "ihre
Freundinnen, hellhäutige Geschöpfe". Werden
die Palästinenser von den Israelis "geknechtet"? Schieben
nicht auch Schweizer Soldaten ihre Sturmgewehre beiläufig
unter den Tisch im Restaurant? Haben Israelis nur
hellhäutige Freundinnen? Was soll diese rassistische
Bemerkung? |
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"Gibt es Grund genug für die Behauptung,
Israel habe die Palästinensergebiete zum «Ghetto» gemacht,
wie zum Beispiel Maa'rouf Zahran, der Bürgermeister von
Kalkilya, sagt? Kann man die israelischen Juden desselben
Verbrechens bezichtigen, dem ihre Vorfahren einst selbst
ausgesetzt waren? Lernen Menschen nie?" |
Der Vergleich zwischen den jüdischen Ghettos
Europas und dem Bau des Sicherheitszaunes ist Antisemitismus.
Der einzige Grund, wieso Juden in Ghettos gefangengehalten
wurden, war ihr Jüdischsein. Kein Jude hatte sich als
Terrorist in die Luft gesprengt. Kein Jude hatte die Absicht,
die nicht-jüdische Bevölkerung zu vernichten. Es ist nicht
der Zweck des Sicherheitszaunes, die Palästinensische
Bevölkerung einzuschliessen. Mit diesem Sicherheitszaun soll
das Eindringen von Terroristen verhindert werden. Zwischen
den jüdischen Ghettos und dem Israelischen Sicherheitszaun
liegen welten. Mit diesem Vergleich will Schmidt die
Israelis auf die gleiche Stufe mit den Nazis bringen. |
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Avnery.... Jede Woche lässt er in der
Tageszeitung "Haaretz" ein bezahltes Inserat einrücken, in
der seinem Land die Meinung sagt. |
Uri Avnery wird gerne von der
deutschprachigen Presse interviewt. Wer die Israelischen
Medien in den letzten Jahren jedoch verfolgt weiss, dass Uri
Avnery in Israel an Bedeutung verloren hat. Dies ist auch
der Grund, warum er bezahlte Inserate veröffentlicht (übrigens
nur in der linken Tagezeitung Haaretz). |
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"Terry geht jeden Tag durch die Mauer, am
Morgen hin, am Abend zurück. Sie weiss nie, was passiert, in
welcher Laune die Grenzpolizisten sind, die unten an der
Busstation stehen. Wen unter den Hunderten picken sie sich
heraus? Wen nehmen sie im nächsten Hinterhof in die Mangel?
Wann verwenden sie Tränengas, wann schiessen sie scharf,
wann mit Knallgranaten?" |
Tausende von Israelis steigen jeden Tag in
den Bus und wissen nicht, ob sie lebend an ihr Ziel ankommen
werden. Tausende von Israelis besuchen Restaurants und
wissen nicht, ob sie lebend wieder nach Hause kommen.
Wieviele Israelis wird der nächste Selbstmordattentäter in
den Tot reissen oder schwer verletzen? Fragen, die Schmidt
nicht stellt, weil sie nicht in sein pro-palästinensisches
Weltbild passen. |
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...dass ihr Familienname seit 2000 Jahren in
Jerusalem nachgewiesen ist. |
Herr Schmdit, haben Sie in der Schule während
des Geschichtsunterrichtes geschlafen? Seit wann gab es vor
2000 Jahren Araber in Jerusalem? War Jesus Araber oder sogar
Muslim? Vor 2000 Jahren war das damalige Palästina von den
Römern besetzt und es herrschte Hordus, der letzte jüdische
König (37-4 v.C). 70 n.C wurde der jüdische Tempel
schliesslich von den Römern zerstört und die Juden
vertrieben (siehe Titusbogen in Rom). Oder hat Terry
Boullata vielleicht jüdische Vorfahren? |
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..in diesem unnahbaren Betonturm am Rande der
Stadtautobahn von Tel Aviv. |
Wieso wählt auch hier Schmidt wiederum im
Zusammenhang mit Israel eine negative Sprache? Gibt es nicht
auf der ganzen Welt Betontürme? Wieso war gerade dieser "Betonturm"
unnahbar? Hat diese Beschreibung für den Leser einen
wichtigen Informationsgehalt? Sicherlich nicht. Schmidt geht
es nur darum, alles was mit Israel zu tun hat, in eine
schlechtes Bild zu rücken. Und sei es nur ein Bürogebäude. |
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"Die Grenzanlage verkrüppelt ein Land und
macht ein Volk von drei Millionen Menschen zu gefangenen." |
Es sind dies die Terroristen, die 6 Millionen
Israelis zu Gefangen machen. In keinem Land auf der Welt wie
Israel gibt es solch extreme Sicherheitsvorkehrungen, die
heute den Tagesablauf eines jeden Israelis prägen. Schuld an
der Grenzanlage ist nicht Israel. Schuld daran sind die
brutalen, menschenverachtenden Terroristen, die sich in
Israelischen Bussen, Restaurants, Einkaufzentren und
Strassen in die Luft sprengen. Ein weiteres "kleines"
Details, das Schmidt unterschlägt. |
Über die natürlich anti-israelische Bildauswahl
wollen wir uns nicht weiter äussern. Sie entspricht dem Grundton
des Artikels. Aber Schmidt behauptet bei
einer Bildlegende, dass es sich bei Har Homa um eine
völkerrechtlich illegale Siedlung handelt. Wer den Text der
Genfer Konventionen und der UNO Beschlüsse genau liesst kommt
unweigerlich zum Schluss, dass diese Behauptung von Schmidt
keine völkerrechtliche Basis hat (siehe
Quelle
UNO und Quelle
Deutsches Rotes Kreuz).
Ein jeder Konflikt hat zwei Seiten und es ist die
Pflicht einer seriösen Zeitung, über beide Seiten objektiv zu
berichten. Es ist bedauernswert und beschämend, dass die NZZ
solch einen Artikel veröffentlicht. Schmidt hat kein Interesse,
die Diskussion um den Bau des Sicherheitszaunes objektiv
darzustellen. Ihm geht es nur darum, Israel und die Juden
schlecht darzustellen.
Schreiben Sie der NZZ:
redaktion@nzz.ch
Reaktion von Christian Schmidt auf unseren Bericht.
Wir haben von Christian Schmidt folgende Antwort am 19/1/2004
per Email erhalten:
Sehr geehrte Damen und Herren
Auf Ihrer Website bieten Sie meinen Artikel "Grenzland",
publiziert in
der NZZ vom 10./11. Januar 2004, zum Download an. Da die
Urheberrechte
für diesen Text bei mir liegen, ich diese Rechte nicht an Sie
abgegeben
habe und dafür auch nicht entschädigt wurde, bitte ich Sie, die
Download-Möglichkeit zu löschen, und zwar bis Dienstag, 20.
Januar
2004, 12 Uhr. Es steht Ihnen frei, einen Download zum -
kostenpflichtigen - NZZ-Archiv zu legen.
Mit freundlichen Grüssen
Christian Schmidt
Diese Antwort überrascht uns nicht. Christian
Schmidt bringt es nicht fertig, auf unsere kritische Analyse
seines bedenklichen Artikels zu antworten. Christian Schmidt
versteckt sich hinter Urheberrechtsfragen. Wäre er für eine
offene Diskussion um seinen Artikel, hätte er auf diesen Schritt
verzichten sollen. Aber Christian Schmidt ist dazu scheinbar
nicht fähig.
20/1/2004
Wir haben heute eine weitere Email von Christian Schmidt
erhalten.
Sehr geehrter Herr Avidan
Gerne gehe ich - in aller Kürze - auf Ihre Kritik ein, wobei Sie
mir gestatten, jene Punkte auszulassen, auf die ich nicht
eingehen möchte (zB Vergleich mit "Regenbogenpresse"). Sie
erhalten die Reaktion erst jetzt, da mir daran lag, zuerst die
Urheberrechtsverletzung zu klären.
1. "Eine Million Israeli hungert". - Im nächsten Satz heisst es:
"Der Krieg zehrt unaufhaltsam an dem einst blhenden Land". Die
Mauer ist nur ein (kleiner) Teil an diesem Auszehren, das steht
hier deutlich, wobei die Kosten im Endausbau über 1 Mia USD
steigen werden.
2. "Geblieben ist eine winzige Lücke..." - Der Unterschied
zwischen einem Checkpoint wie in Qalqilya und der
Zugangskontrolle zu einem Restaurant zB in TA ist eklatant. Das
lässt sich beim besten Willen nicht vergleichen - abgesehen von
der Behandlung der anstehenden Menschen. Ich habe selten soviel
Erniedrigung (gegenüber den Palästinensern) erlebt wie an diesen
Checkpoints.
3. "Wir reihen uns ein und rollen..." - Ja, diese Waffen waren
direkt auf die heranfahrenden Fahrzeuge gerichtet, nicht nur auf
uns, auf alle. Die Gewehre liegen zwischen den Sandsäcken auf
und zielen auf alles Herannahende.
4. Stiefel der Grenzpolizisten. - Hierzulande gelten als
militärische Stiefel diese halbhohen Fallschirmspringerstiefel.
Andere Stiefel sind nicht in Gebrauch (Kavallerie gibt es ja
nicht mehr). Der allgemeine Ausdruck Stiefel für militärische
Schuhe ist gängig, wenn er auch - und da gehe ich mit Ihnen
einig - nicht sehr präzis ist. Einen Link zur braunen
Vergangenheit Europas zu schaffen halte ich dennoch für sehr an
den Haaren herbeigezogen.
5. "...Geräusch der Freiheit". - Ich empfehle Ihnen, sich auf
der Innenseite der Mauer hinzustellen. Da wird tatsächlich das
Verkehrsgeräusch zum Geräusch der Freiheit. Und: Nein, in
Qalqilya gibt es eigentlich keine Verkehrsgeräusche mehr,
abgesehen von den verbliebenen Taxis, doch die fahren mit Grund
nicht der Innenseite der Mauer entlang: Wer hier anhält, wird
von den Wachttürmen herab bedroht.
6. B'sograim - "...hellhäutige Geschöpfe"... usw. - Es gibt auch
hier keinen Grund, das Prozedere an einem Checkpoint mit dem
Security-Check am Restaurant-Eingang zu vergleichen, abgesehen
davon, dass er im Falle des B'sograims geadezu fahrlässig
lächerlich ist. - Sturmgewehre: Nein, das gibt es in der Schweiz
nicht. Zivilpersonen tragen keine Sturmgewehre mit sich. Der
Text will darlegen, um welch alltägliches Prozedere es sich hier
handelt, wie sehr Israel mit Krieg und Gewalt und Angst und
Terror leben muss. - Hellhäutige Geschöpfe: Daraus einen
anti-israelischen bzw. anti-semitischen Zug ableiten zu wollen,
scheint mir nachgerade zwanghaft zu sein. Tatsächlich handelte
es sich bei den weiblichen Gästen gleichzeitig um mehrere junge,
blonde Frauen. Ein Zufall. Das ist weder auf- noch abwertend
noch sonst irgendwie wertend. Es hat mehr damit zu tun, dass ich
sage: "Die Welt will gut sein, die Welt will glücklich sein".
Junge Menschen, die sich lieben, kommen hierher und essen. Und
der Mann mit der Waffe muss seine (hellhäutige, zarte) Freundin
beschützen. Wenn Sie mich hier angreifen wollen, dann können Sie
mir vielleicht vorwerfen, sexistisch zu sein, aber alles andere
läuft leer....
7. "Ghetto" - Die Ghetto-Frage ist contradiktorisch dargestellt;
Yisrael Medads Argumentation ist wiedergegeben. Ich habe diese
Lösung gewählt, weil ich den Term "Ghetto" für die
Palästinensergebiete ebenfalls für unangebracht halte bzw. ihn
so anwenden würde wie Avnery.
8. Avnery - Ihre Meinung über Avnery möchte ich nicht
kommentieren.
9. "Terry geht jeden Tag durch die Mauer" - propalästinensisches
Weltbild. - Ich habe kein propalästinensisches Weltbild. Aber
ich habe eine dezidierte Meinung zum Thema Menschenrechte, und
hier stehe ich grundsätzlich hinter jenen Menschen, die in einem
Konflikt ungerechtfertigterweise die Schwächeren sind.
10. "...unnahbarer Betonturm..." - Da gebe ich Ihnen recht. Ich
habe tatsächlich eine Aversion gegen diese Art von Gebäuden,
wenn sie mit dem Thema Militär verbunden sind, und zwar
unabhängig vom Land.
11. "Die Grenzanlage verkrüppelt ein Land" - Ihr Echo: "Es sind
dies die Terroristen, die 6 Millionen Israelis zu Gefangenen
machen." - Tatsächlich? Das ist doch eine massive Verdrehung der
Realität! Abgesehen davon: Sie finden in meinem Text nicht den
kleinsten Hinweis, dass ich in irgendeiner Form palästinensische
Gewalt oder gar die Suicide Bombers gutheissen würde. Weil ich's
nicht tue. Auf diese Weise lässt sich nie Frieden schliessen.
Dagegen können Sie nachlesen, dass ich vielmehr zivilen
Widerstand propagiere - im Sinne von, dass die p. Arbeiter auf
den israelischen Baustellen endlich nach Hause gehen sollen usw.
Mit besten Grüssen
Christian Schmidt
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