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Swiss Media Watch - Bulletin 01/2004

 
 

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27/01/2004

In der heutigen NZZ berichtet vk aus Limassol über den Gefangenaustausch zwischen Israel und Hizbullah ("Israels bitterer Handel mit dem Hizbullah", Frontseite). In diesem Artikel zeigt vk ein weiteres Mal, dass er eindeutig auf der palästinensischen Seite steht und es mit den Tatsachen nicht genau nimmt. Dies mit der Absicht, die Handlungen der arabischen Terroristen zu verharmlosen oder zu verherrlichen und Israel in ein schlechtes Licht zu stellen.

Die von Israel freigelassenen Gefangenen werden von vk als "Kämpfer" oder "Freischärler" bezeichnet. Unter diese Kategorie fällt bei vk auch der Libanese Samir Kuntar, dessen Freilassung von der Hizbullah gefordert wird. Aber erst auf der nächsten Seite erfährt der Leser im Artikel von gsz ("Die Regierung Sharon im Dilemma") was für ein "Kämpfer" Kuntar ist. Samir Kuntar drang 1979 in der Israelische Grenzstadt Naharya in ein Wohnhaus ein und ermordete drei Familienmitglieder und eine Polizisten.  Wie kann eine seriöse Tageszeitung wie die NZZ einen Terroristen, der unschuldige Zivilisten in ihrer Wohnung ermordet, als "Kämpfer" bezeichnen? Dem Leser wird mit dieser Beschreibung die Wahrheit über Kuntar unterschlagen und dabei der Eindruck geweckt, Kuntar sei während Kampfhandlungen im Südlibanon durch Israel gefangen genommen worden.

vk behauptet weiter, dass Israel noch immer einen Teil des Südlibanons besetzt hält, nämlich die Chebaa-Farmen ("....räumt mit dem Deal die Hinterlassenschaft der israelischen Besetzung Südlibanons zwischen 1982 und 2000 auf - mit Ausnahme der noch besetzten Chebaa-Farmen). Gemäss Beschluss des UNO Sicherheitsrates vom 18.6.2000 hat sich Israel gemäss der Forderung der UNO Resolution 425 vollständig aus dem Südlibanon zurückgezogen (klicken Sie hier für den Link auf der UNO-Website).

Auch im weiteren stimmen die von vk beschriebenen Details nicht. Die Soldaten wurden nicht auf Grund der Kampfspuren am Ort der Gefangenennahme für tot erklärt und Tennenboim ist kein Ex-Geheimdienstoberst, sondern hält in der Armee den Rang eines Obersten im Reservedienst. Auch unterlässt es vk darauf hinzuweisen, dass der schiitische Führer Dirana den seit 18 Jahren vermissten Luftwaffennavigator während einer bestimmten Zeit gefangen hielt.

Objektivität? Neutrale Darstellung der Geschehnisse? Wahrheitstreue? Nein, vk geht es nur darum, sich für die palästinensische Sache stark zu machen und die anti-israelische Stimmung unter den Lesern zu fördern.

Schreiben Sie der NZZ: redaktion@nzz.ch


27/01/2004

Auch die NZZ veröffentlichte die Agenturmeldung, dass die Hamas einen Waffenstillstand für 10 Jahre vorschlägt ("Angebot von Hamas an Israel"), und dass Israel dies abgelehnt hat. Auch hier wird wiederum der Eindruck geweckt, dass es Israel ist, das ein Waffenstillstandsangebot abschlägt. Die Agenturmeldung unterschlägt es jedoch darauf hinzuweisen, dass die Hamasbewegung diesen Waffenstillstand als einen Teil ihres Phasenplans sieht, der schliesslich zur Bildung eines palästinensischen Staates auch auf dem Gebiet Israels , und damit zur Zerstörung Israels, führen soll (http://www.haaretz.com/hasen/spages/386849.html). Diese kleine Meldung ist ein typisches Beispiel, wie tendenziös anti-israelisch in den Zeitungen über den Nahostkonflikt berichtet wird. In dieser Meldung wird die Bereitschaft der Hamas für einen Waffenstillstand hervorgehoben. Es wird jedoch nicht betont, dass die Hamas weiterhin und auch nach der 10jährigen Waffenstillstandpause den Staat Israel zerstören will. Wieso lautet die Meldung nicht "Hamas will weiterhin Israel zerstören"?

Schreiben Sie der NZZ: redaktion@nzz.ch


10/1/2004

In der Beilage "Zeitbilder" veröffentlichten Christian Schmidt (Text) und Kai Wiedenhöfer (Bild) einen drei seiten langen Artikel über den Sicherheitszaun, den Israel in der Westbank baut (klicken Sie hier für eine Abschrift). "Grenzland", so der Title des Artikels, ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Neue Zürcher Zeitung, die auf der ganzen Welt einen renomierten Namen hat, sich ganz auf die palästinensische Seite geschlagen hat. Schmidt ging es mit seinem Artikel nicht darum, einen objektiven Bericht zu schreiben. Sein Ziel ist es nur, die Israelis als brutale und rücksichtslose Herrscher und die Palästinenser als unschuldige, harmlose und bedauernswerte Opfer darzustellen. Um dies zu erreichen, wählt Schmidt für alles Israelische nur negative Ausdrücke und Beschreibungen. Fakten, die die Israelische Seite darstellen, werden entweder verfälscht, dem Leser nicht erläutert oder ganz einfach unterschlagen. Die folgende Tabelle zeigt dies anhand einiger Beispiele.
NZZ Kommentar
"Eine Million Israeli hungert". Mit diesem Zitat aus einer Israelischen Tageszeitung soll dem Leser vermittelt werden, dass es die hohen Kosten der Mauer sind, die für die Hungerarmut dieser Israeli verantwortlich ist. Gemäss eines erst kürzlich veröffentlichten Berichtes gibt es  850'000 unter Armut leidende Schweizer. Eine ähnliche Zahl wie in Israel. Haben die Schweizer auch eine Mauer gebaut? Es ist sicher, dass der jetztige Krieg an der Israelischen Wirtschaft nagt. Aber die weltweite Rezession hat einen wichtigen Teil an der schlechten wirtschaftlichen Lage in Israel. Schmidt zitiert blind eine Schlagzeile aus einer Israelischen Tageszeitung, ohne dies weiter zu hinterfragen.
"Dann ist die Mauer plötzlich da, ein graues Band. Aus dem Landesinnern ist sie gekommen, nun läuft sie parallel zur A6". Kein Wort davon, dass Kalkilya quasi nur ein Steinwurf von Kfar Saba entfernt ist. Kein Wort davon, dass vor der Mauer, Selbstmordattentäter unbehindert von Kalkilya nach Kfar Saba gekommen sind. Kein Wort davon, dass vor dem Mauerbau, Fahrzeuge auf der A6, dies sich ganz im Israelischen Kernland befindet, von Kalkilya aus beschossen wurde.
"Geblieben ist ein einziger Checkpoint, eine winzige Lücke, durch die sich der Waren- und Personenverkehr von 41600 Menschen quälen muss." Seit dem Ausbruch der jetztigen Intifada müssen sich 6 Millionen Israelis tagtäglich mehrmals durch winzige Lücken quälen: So gibt es heute praktisch vor jedem Restaurant, Cafe, Warenhaus, Suppermarkt, Spital, Bahnhof, Kleidergeschäft etc. etc. Sicherheitskontrollen. Dabei werden Taschen, Mäntel und Kleider auf Waffen und Bomben untersucht. In den Hauptbusstationen werden die Reisenden wie auf den internationalen Flughäfen untersucht. Wo wird jeder Israeli täglich mehrmals solcher Sicherheitskontrollen unterzogen. Sogar beim Besuch eines romantischen Strassencafes. Doch bei Schmidt kein Wort davon.
"Wir reihen uns ein und rollen langsam auf die Mündungen der Gewehre zu." Haben die Israelischen Soldaten ihre Waffen direkt auf Schmidt gerichtet? Diese dramatische Schielderung eine weiteres Beispiel dafür, dass es Schmidt nicht um einen objektiven Bericht geht. Es geht ihm nur um anti-israelische Stimmungsmache.
".... nutzen wir die Unaufmerksamkeit, um unsern kleinen Opel an der Schranke vorbeizusteuern und den Checkpoint zu umfahren." Bei diesem Sicherheitszaun/Mauer handelt es sich nicht um eine zweite "Berliner Mauer". Damals ging es der DDR darum, ihre eigenen Bürger einzusperren. Die Israelisch Regierung will mit diesem Zaun/Mauer das eindringen von Terroristen nach Israel verhindern. Dass Schmidt es schaffte, den Israelischen Soldaten ein Schnippchen zu schlagen und ungehindert den Checkpoint von Israel in die Palästinensergebieten passieren konnte, ist aus israelischer Seite nicht so schlimm. Denn bei diesem Sicherheitszaun geht es in erster Linie darum, das Eindringen von Terroristen nach Israel zu verhindern.
"Wir sehen unter den Lastwagen hindurch die Stiefel der Grenzpolizisten." "Stiefel der Grenzpolizisten": Soll hier etwa etwas aus der braunen Vergangenheit Europas suggeriert werden? Israelisch Soldaten und Grenzpolizisten tragen kein Stiefel. Es handelt sich dabei um über die Knöchel reichende hohe Schuhe, die nicht im entferntesten etwas mit der bekannten Vorstellung von soldatischen Stiefeln zu tun haben.
"Stellt man sich nahe an den Beton, ist der Verkehr auf der anderen Seite zu hören, das Geräusch der Freiheit." Entschuldigen Sie Herr Schmidt, aber was soll dieses Blabla? Trägt dieser Satz etwas zur Darstellung der Fakten dar? Gibt es in Kalkilya kein Verkehrsgeräusch?
"Der Rest seiner Ernte wird verfaulen, die süssen Guavas, die prallen Auberginen, die sonnenwarmen Feigen." "Pralle Auberginen, sonnenwarme Feigen": Handelt es sich hier um einen Werbespot? Der von Schmidt gewählte Stiel passt in die Regenbogenpresse, aber nicht in die NZZ.
"Als wir spätabends bei Humus, Auberginen und Pitas sitzen, unter einem Vollmond, dessen Licht sich in den Rebenblättern verfängt, in der Nase den Geruch überquellender Sickergruben, fallen Schüsse. Es sind ungezielte Salven über die Mauer hinweg. Sie bleiben unerwidert. Sie tönen auch nicht wie Schüsse, eher wie sinnlose Schreie aus einem Verlies."
 
Man bekommt hier den Eindruck, dass Schmidt zu viele Groschenromane gelesen hat. Oder dass die verantwortlichen Redaktoren beim redigieren des Artikels geschlafen haben.
"Draussen. Das Restaurant B'sograim befindet sich in einer Villa in der jüdischen Neustadt Jerusalems, es liegt versteckt in einem Park, umstanden von alten Bäumen. Nach drei Tagen Kalkilya kann man hier bei koscherer Küche den Berichten geknechteter Menschen nachsinnen und gleichzeitig die Gegenseite beobachten: Junge Israeli treten ein und schieben ihre Sturmgewehre so beiläufig unter den Tisch, als seien es Aktentaschen oder Hunde. An der Hand führen sie ihre Freundinnen, hellhäutige Geschöpfe, welche am Tisch die Hände falten und scheu lachen. Die Welt will glücklich sein. Die Welt will gut sein." Schmidt besucht ein Restaurant in Jerusalem. Kein Wort davon, dass auch bei diesem Restaurant ein Sicherheitsbeamte die Besucher auf Bomben untersucht. Wieso wird dies von Schmidt unterschlagen?
Im gleichen Absatz bedient sich Schmidt einer Sprache, die anti-israelische, wenn nicht antisemitische, Gefühle schüren soll: "Berichte geknechteter Menschen...", "schieben ihre Sturmgewehre so beiläufig unter den Tisch", "ihre Freundinnen, hellhäutige Geschöpfe". Werden die Palästinenser von den Israelis "geknechtet"? Schieben nicht auch Schweizer Soldaten ihre Sturmgewehre beiläufig unter den Tisch im Restaurant? Haben Israelis nur hellhäutige Freundinnen? Was soll diese rassistische Bemerkung?
"Gibt es Grund genug für die Behauptung, Israel habe die Palästinensergebiete zum «Ghetto» gemacht, wie zum Beispiel Maa'rouf Zahran, der Bürgermeister von Kalkilya, sagt? Kann man die israelischen Juden desselben Verbrechens bezichtigen, dem ihre Vorfahren einst selbst ausgesetzt waren? Lernen Menschen nie?" Der Vergleich zwischen den jüdischen Ghettos Europas und dem Bau des Sicherheitszaunes ist Antisemitismus. Der einzige Grund, wieso Juden in Ghettos gefangengehalten wurden, war ihr Jüdischsein. Kein Jude hatte sich als Terrorist in die Luft gesprengt. Kein Jude hatte die Absicht, die nicht-jüdische Bevölkerung zu vernichten. Es ist nicht der Zweck des Sicherheitszaunes, die Palästinensische Bevölkerung einzuschliessen. Mit diesem Sicherheitszaun soll das Eindringen von Terroristen verhindert werden. Zwischen den jüdischen Ghettos und dem Israelischen Sicherheitszaun liegen welten. Mit diesem Vergleich will Schmidt die Israelis auf die gleiche Stufe mit den Nazis bringen.
Avnery.... Jede Woche lässt er in der Tageszeitung "Haaretz" ein bezahltes Inserat einrücken, in der seinem Land die Meinung sagt. Uri Avnery wird gerne von der deutschprachigen Presse interviewt. Wer die Israelischen Medien in den letzten Jahren jedoch verfolgt weiss, dass Uri Avnery in Israel an Bedeutung verloren hat. Dies ist auch der Grund, warum er bezahlte Inserate veröffentlicht (übrigens nur in der linken Tagezeitung Haaretz).
"Terry geht jeden Tag durch die Mauer, am Morgen hin, am Abend zurück. Sie weiss nie, was passiert, in welcher Laune die Grenzpolizisten sind, die unten an der Busstation stehen. Wen unter den Hunderten picken sie sich heraus? Wen nehmen sie im nächsten Hinterhof in die Mangel? Wann verwenden sie Tränengas, wann schiessen sie scharf, wann mit Knallgranaten?" Tausende von Israelis steigen jeden Tag in den Bus und wissen nicht, ob sie lebend an ihr Ziel ankommen werden. Tausende von Israelis besuchen Restaurants und wissen nicht, ob sie lebend wieder nach Hause kommen. Wieviele Israelis wird der nächste Selbstmordattentäter in den Tot reissen oder schwer verletzen? Fragen, die Schmidt nicht stellt, weil sie nicht in sein pro-palästinensisches Weltbild passen.
...dass ihr Familienname seit 2000 Jahren in Jerusalem nachgewiesen ist. Herr Schmdit, haben Sie in der Schule während des Geschichtsunterrichtes geschlafen? Seit wann gab es vor 2000 Jahren Araber in Jerusalem? War Jesus Araber oder sogar Muslim? Vor 2000 Jahren war das damalige Palästina von den Römern besetzt und es herrschte Hordus, der letzte jüdische König (37-4 v.C). 70 n.C wurde der jüdische Tempel schliesslich von den Römern zerstört und die Juden vertrieben (siehe Titusbogen in Rom). Oder hat Terry Boullata vielleicht jüdische Vorfahren?
..in diesem unnahbaren Betonturm am Rande der Stadtautobahn von Tel Aviv. Wieso wählt auch hier Schmidt wiederum im Zusammenhang mit Israel eine negative Sprache? Gibt es nicht auf der ganzen Welt Betontürme? Wieso war gerade dieser "Betonturm" unnahbar? Hat diese Beschreibung für den Leser einen wichtigen Informationsgehalt? Sicherlich nicht. Schmidt geht es nur darum, alles was mit Israel zu tun hat, in eine schlechtes Bild zu rücken. Und sei es nur ein Bürogebäude.
"Die Grenzanlage verkrüppelt ein Land und macht ein Volk von drei Millionen Menschen zu gefangenen." Es sind dies die Terroristen, die 6 Millionen Israelis zu Gefangen machen. In keinem Land auf der Welt wie Israel gibt es solch extreme Sicherheitsvorkehrungen, die heute den Tagesablauf eines jeden Israelis prägen. Schuld an der Grenzanlage ist nicht Israel. Schuld daran sind die brutalen, menschenverachtenden Terroristen, die sich in Israelischen Bussen, Restaurants, Einkaufzentren und Strassen in die Luft sprengen. Ein weiteres "kleines" Details, das Schmidt unterschlägt.

Über die natürlich anti-israelische Bildauswahl wollen wir uns nicht weiter äussern. Sie entspricht dem Grundton des Artikels. Aber Schmidt behauptet bei einer Bildlegende, dass es sich bei Har Homa um eine völkerrechtlich illegale Siedlung handelt. Wer den Text der Genfer Konventionen und der UNO Beschlüsse genau liesst kommt unweigerlich zum Schluss, dass diese Behauptung von Schmidt keine völkerrechtliche Basis hat (siehe Quelle UNO und Quelle Deutsches Rotes Kreuz).

Ein jeder Konflikt hat zwei Seiten und es ist die Pflicht einer seriösen Zeitung, über beide Seiten objektiv zu berichten. Es ist bedauernswert und beschämend, dass die NZZ solch einen Artikel veröffentlicht. Schmidt hat kein Interesse, die Diskussion um den Bau des Sicherheitszaunes objektiv darzustellen. Ihm geht es nur darum, Israel und die Juden schlecht darzustellen.

Schreiben Sie der NZZ: redaktion@nzz.ch

Reaktion von Christian Schmidt auf unseren Bericht.
Wir haben von Christian Schmidt folgende Antwort am 19/1/2004 per Email erhalten:
Sehr geehrte Damen und Herren
Auf Ihrer Website bieten Sie meinen Artikel "Grenzland", publiziert in
der NZZ vom 10./11. Januar 2004, zum Download an. Da die Urheberrechte
für diesen Text bei mir liegen, ich diese Rechte nicht an Sie abgegeben
habe und dafür auch nicht entschädigt wurde, bitte ich Sie, die
Download-Möglichkeit zu löschen, und zwar bis Dienstag, 20. Januar
2004, 12 Uhr. Es steht Ihnen frei, einen Download zum -
kostenpflichtigen - NZZ-Archiv zu legen.
Mit freundlichen Grüssen
Christian Schmidt


Diese Antwort überrascht uns nicht. Christian Schmidt bringt es nicht fertig, auf unsere kritische Analyse seines bedenklichen Artikels zu antworten. Christian Schmidt versteckt sich hinter Urheberrechtsfragen. Wäre er für eine offene Diskussion um seinen Artikel, hätte er auf diesen Schritt verzichten sollen. Aber Christian Schmidt ist dazu scheinbar nicht fähig.

20/1/2004
Wir haben heute eine weitere Email von Christian Schmidt erhalten.

Sehr geehrter Herr Avidan

Gerne gehe ich - in aller Kürze - auf Ihre Kritik ein, wobei Sie mir gestatten, jene Punkte auszulassen, auf die ich nicht eingehen möchte (zB Vergleich mit "Regenbogenpresse"). Sie erhalten die Reaktion erst jetzt, da mir daran lag, zuerst die Urheberrechtsverletzung zu klären.
1. "Eine Million Israeli hungert". - Im nächsten Satz heisst es: "Der Krieg zehrt unaufhaltsam an dem einst blhenden Land". Die Mauer ist nur ein (kleiner) Teil an diesem Auszehren, das steht hier deutlich, wobei die Kosten im Endausbau über 1 Mia USD steigen werden.
2. "Geblieben ist eine winzige Lücke..." - Der Unterschied zwischen einem Checkpoint wie in Qalqilya und der Zugangskontrolle zu einem Restaurant zB in TA ist eklatant. Das lässt sich beim besten Willen nicht vergleichen - abgesehen von der Behandlung der anstehenden Menschen. Ich habe selten soviel Erniedrigung (gegenüber den Palästinensern) erlebt wie an diesen Checkpoints.
3. "Wir reihen uns ein und rollen..." - Ja, diese Waffen waren direkt auf die heranfahrenden Fahrzeuge gerichtet, nicht nur auf uns, auf alle. Die Gewehre liegen zwischen den Sandsäcken auf und zielen auf alles Herannahende.
4. Stiefel der Grenzpolizisten. - Hierzulande gelten als militärische Stiefel diese halbhohen Fallschirmspringerstiefel. Andere Stiefel sind nicht in Gebrauch (Kavallerie gibt es ja nicht mehr). Der allgemeine Ausdruck Stiefel für militärische Schuhe ist gängig, wenn er auch - und da gehe ich mit Ihnen einig - nicht sehr präzis ist. Einen Link zur braunen Vergangenheit Europas zu schaffen halte ich dennoch für sehr an den Haaren herbeigezogen.
5. "...Geräusch der Freiheit". - Ich empfehle Ihnen, sich auf der Innenseite der Mauer hinzustellen. Da wird tatsächlich das Verkehrsgeräusch zum Geräusch der Freiheit. Und: Nein, in Qalqilya gibt es eigentlich keine Verkehrsgeräusche mehr, abgesehen von den verbliebenen Taxis, doch die fahren mit Grund nicht der Innenseite der Mauer entlang: Wer hier anhält, wird von den Wachttürmen herab bedroht.
6. B'sograim - "...hellhäutige Geschöpfe"... usw. - Es gibt auch hier keinen Grund, das Prozedere an einem Checkpoint mit dem Security-Check am Restaurant-Eingang zu vergleichen, abgesehen davon, dass er im Falle des B'sograims geadezu fahrlässig lächerlich ist. - Sturmgewehre: Nein, das gibt es in der Schweiz nicht. Zivilpersonen tragen keine Sturmgewehre mit sich. Der Text will darlegen, um welch alltägliches Prozedere es sich hier handelt, wie sehr Israel mit Krieg und Gewalt und Angst und Terror leben muss. - Hellhäutige Geschöpfe: Daraus einen anti-israelischen bzw. anti-semitischen Zug ableiten zu wollen, scheint mir nachgerade zwanghaft zu sein. Tatsächlich handelte es sich bei den weiblichen Gästen gleichzeitig um mehrere junge, blonde Frauen. Ein Zufall. Das ist weder auf- noch abwertend noch sonst irgendwie wertend. Es hat mehr damit zu tun, dass ich sage: "Die Welt will gut sein, die Welt will glücklich sein". Junge Menschen, die sich lieben, kommen hierher und essen. Und der Mann mit der Waffe muss seine (hellhäutige, zarte) Freundin beschützen. Wenn Sie mich hier angreifen wollen, dann können Sie mir vielleicht vorwerfen, sexistisch zu sein, aber alles andere läuft leer....
7. "Ghetto" - Die Ghetto-Frage ist contradiktorisch dargestellt; Yisrael Medads Argumentation ist wiedergegeben. Ich habe diese Lösung gewählt, weil ich den Term "Ghetto" für die Palästinensergebiete ebenfalls für unangebracht halte bzw. ihn so anwenden würde wie Avnery.
8. Avnery - Ihre Meinung über Avnery möchte ich nicht kommentieren.
9. "Terry geht jeden Tag durch die Mauer" - propalästinensisches Weltbild. - Ich habe kein propalästinensisches Weltbild. Aber ich habe eine dezidierte Meinung zum Thema Menschenrechte, und hier stehe ich grundsätzlich hinter jenen Menschen, die in einem Konflikt ungerechtfertigterweise die Schwächeren sind.
10. "...unnahbarer Betonturm..." - Da gebe ich Ihnen recht. Ich habe tatsächlich eine Aversion gegen diese Art von Gebäuden, wenn sie mit dem Thema Militär verbunden sind, und zwar unabhängig vom Land.
11. "Die Grenzanlage verkrüppelt ein Land" - Ihr Echo: "Es sind dies die Terroristen, die 6 Millionen Israelis zu Gefangenen machen." - Tatsächlich? Das ist doch eine massive Verdrehung der Realität! Abgesehen davon: Sie finden in meinem Text nicht den kleinsten Hinweis, dass ich in irgendeiner Form palästinensische Gewalt oder gar die Suicide Bombers gutheissen würde. Weil ich's nicht tue. Auf diese Weise lässt sich nie Frieden schliessen. Dagegen können Sie nachlesen, dass ich vielmehr zivilen Widerstand propagiere - im Sinne von, dass die p. Arbeiter auf den israelischen Baustellen endlich nach Hause gehen sollen usw.
Mit besten Grüssen
Christian Schmidt
 


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