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Swiss Media Watch - Bulletin 10/2003

 
 

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10/10/2003

Die BaZ veröffentlicht auf der Frontseite einen Artikel von Heiko Flottau (Kairo), der den Angriff Israels auf ein Terroristen-Trainingslager in Syrien kommentiert, mit dem Titel "Krieger Sharon provoziert" (klicken Sie hier für eine Abschrift des Artikel).
Dieser Artikel ist eine Ansammlung anti-israelischer Aussagen und Behauptungen, die willkürlich und ohne Logik zusammengestellt wurden.

Für Flottau sind zwei Dinge klar:
1. Sharon ist brutal, kriegerisch, machthungrig, blutrünstig und total gescheitert.
2. Israel muss sich nur aus dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen abziehen, um augenblicklich den israelisch-arabischen Konflikt zu lösen.

Es ist eine bekannte Tatsache, dass die Medien die Aktionen der israelischen Regierung und der israelischen Armee als die Ursache der Spirale der Gewalt dargestellen. Auch wird Ministerpräsident Sharon gerne "brutal" dargestellt. Eine genaue Analyse des Artikels zeigt, dass auch Flottau nach diesem Schema schreibt.
Flottau Kommentar SwissMediaWatch
"Mit seinem Angriff auf Syrien hat Israel eine neue Runde im über einhundert Jahre alten Konflikt zwischen Arabern und Juden eröffnet." Wie kommt Flottau zu dieser bombastischen Behauptung? Wieso ist es wiederum Israel, das an einer neuen "Gewaltrunde" verantwortlich ist? Ist es nicht Syrien, das Terrororganisationen Unterschlupf gewährt? Ist es nicht Syrien, das die Hizbollah unterstützt, die regelmässig den Norden Israel angreifen? Ist es nicht Syrien, das quasi den Libanon besetzt hält? Der Libanon weigert sich, die Verantwortung für die Ruhe an der israelisch-libanesischen Grenze zu übernehmen. Geschieht dies nicht unter syrischem Druck? Hat demnach nicht Syrien schon mehrmals einen neue Runde der Gewalt eröffnet?
"Ob sich aus der Bombardierung eines offenbar bedeutungslosen Palästinenser-«Lagers» ein neuer Nahostkrieg entwickelt, wird allerdings nicht in Damaskus, sondern in Jerusalem und Washington beschlossen. Die Entscheidung hängt weitgehend von der Antwort auf eine einzige Frage ab: Passt ein neuer Krieg in das tagespolitische und in das strategische Konzept der die Region regierenden Herren, passt ein Krieg in das Konzept von George W. Bush und Ariel Sharon?" Für Flottau ist diese Bombardierung das erste Zeichen eines Krieges. Wer die Medien hier in Israel verfolgt hat, weiss, dass niemand von einem neuen Nahostkrieg spricht. Diese Unterstellung Flottaus ist völlig aus der Luft gegriffen und dient Flottau, Sharon ein kriegerisches Image anzuhängen (auch George W. Bush wird von Flottau nicht verschont).
"Er ist mit dem Versprechen angetreten, eine dem Staat Israel von Geburt an innewohnende Phobie endgültig zu besiegen: stets in Angst vor einer feindlichen Umgebung leben zu müssen." Phobie: Abnorme, sich entgegen besserer Einsicht zwanghaft aufdrängende Angst (Roche Lexikon der Medizin, 1987).
Wer in Basel wohnt, und von einem militärischen Angriff Deutschlands und Frankreichs Angst hat, leidet unter einer Phobie. Wer jedoch in Israel lebt, und von seinen nächsten und weiteren Nachbarn schon mehrmals angegriffen wurde und wird, der Leidet nicht unter einer Phobie sondern lebt in einer brutalen Wirklichkeit.
Wer in Basel im Restaurant der Kunsthalle sitzt, und Angst vor einem Terroranschlag hat, leidet unter einer Phobie. Wer in Israel in den Autobus steigt, ins Restaurant geht, das Einkaufszentrum besucht oder seine Kinder in die Schule schickt und Angst vor einem Terroranschlag hat, der leidet nicht unter einer Phobie sondern lebt in einer schrecklichen Wirklichkeit.
Die Angst, mit der die Juden in Israel seit Jahrzehnten zu leben haben, ist keine Phobie. Diese Angst ist Wirklichkeit und die Bedrohung ist tagtäglich spürbar.
"Diese Angst ist insofern angeboren, als die zionistischen Siedler, wie einst die europäischen Siedler in Amerika, nicht in ein menschenleeres Land kamen, sondern sich Einwohnern gegenüber sahen, welche einzelne Einwanderer zwar begrüssten, die Übernahme ihres Landes durch die Immigranten aber ganz und gar nicht tolerieren wollten." Quasi nach dem Motto: Je einfacher, einseitiger und ungenauer, desto besser. Man hat den Eindruck, als ob Flottau nur Geschichtsbücher der Palestinian Authority gelesen hat.
"Zwar könnte die israelische Armee alle Nachbarn ohne allzu grosse Mühe besiegen. Aber gegen die Terroranschläge von Hamas und Jihad hat Israel trotz Mauerbaus und Ermordung vieler Hamas- und Jihad-Führer kein Mittel gefunden." Flottau hat hier vollkommen Recht. Terror kann leider nicht nur mit Panzern bekämpft werden. Ein wichtiger Teil ist die Bekämpfung der Staaten, die diese Terrororganisationen unterstützen und finanzieren. Unter anderen auch Syrien.
Leider vermeiden es die Medien, über die verhinderten Terroranschlägen zu berichten. Ohne den kompromisslosen Kampf der israelischen Streitkräfte gegen die palästinensischen Terroristen, gäbe es noch viel mehr israelische Opfer zu beklagen.
"..indem er Sharon grünes Licht zum Marsch auf Damaskus gibt..." Flottau sieht schon israelische Panzerkollonen auf Damaskus rollen. Was für ein Interesse sollte Israel haben, einen Krieg gegen Syrien zu führen? Von der Bombardierung von Terroristenlagern in Syrien bis zur Besetzung von Damaskus ist es ein Weiter weg. Syrien stellt für Israel im Moment keine direkte  Bedrohung dar. Also, wieso dann Kriegsgefahr? Oder ist dies nicht ein weiterer Versuch Flottaus, Sharon als brutalen, rücksichtslosen Krieger darzustellen?
"Zum Beispiel: Entgegen allen anders lautenden Meinungen war der Junikrieg von 1967 kein Angriffskrieg der Araber oder des damaligen ägyptischen Herrschers Gamal Abdel Nasser. Vielmehr wurde er bewusst von Israel herbeigeführt, wie der renommierte israelische Historiker Avi Shlaim nachgewiesen hat." Wird eine Meinung, die gegen alle anders lautenden ist, automatisch zur absoluten Wahrheit? Bei Flottau ja. Dass es viele Historiker gibt, die Shlaims Meinung nicht teilen, dürfte sicher sein. Aber sie passt in Flottaus anti-israelisches Konzept. Klicken Sie hier für mehr Informationen zu diesem Thema.
"Die Frage vielmehr besteht darin, ob Israel durch Sharon in eine solch ausweglose Lage manövriert wird, dass es im Krieg einen Ausweg aus dem Dilemma sucht." Wie soll ein Krieg gegen Syrien Sharon aus dem "Dilemma" führen? Was würde Israel ein Besetzung Syriens geben? Und von was für einem Dilemma Sharons spricht Flottau überhaupt?
"Krieg ist über Jahrzehnte jenes Medium gewesen und geblieben, in dem sich der vom General zum Ministerpräsidenten gewordene Sharon wohl fühlt." Sharon der Krieger. Sharon der Militarist. Sharon der Krieg liebt, weil er sich in diesem Medium wohl fühlt. Da kann Flottau Sharon so richtig böse darstellen. Und die ehemaligen und jetzigen Gegner Sharons waren und sind ja alles nur Engel.....
"Eine, die durch eine engere Kooperation Syriens mit der libanesischen Hizbollah und palästinensischen Widerstandsgruppen geschaffen wird? Eine solche Strategie, schreibt die jordanische Zeitung «Al- Dustur», sei vom syrischen Aussenminister Faruk as-Sharaa nach dem israelischen Angriff vom Montag in die Diskussion gebracht worden." Zur Diskussion gebracht? Diese enge Zusammenarbeit zwischen Syrien, der Hizbollah und den palästinensischen Terrororganisationen besteht seit Jahren. Hier soll wiederum Israel die Schuld in Schuhe geschoben werden, dass es zu solch einer Kooperation gekommen ist. Denn eigentlich sind sowohl Syrien, die Hizbolla und die palästinensischen Terrororganisationen friedfertig und werden nur durch die brutale militärmacht Israel zu Aktionen gezwungen.......
"Dem Nahen Osten würde in diesem Fall ein neuer Präventivkrieg drohen." Ein Moment, Herr Flottau, das haben wir nicht verstanden. Was war der erste Präventivkrieg? Der Sechs-Tage-Krieg? Heisst das also, dass Avi Shlaim nun doch nicht recht hat (siehe oben)?
"An die einfachste Lösung des Konflikts denkt derzeit zumindest in der israelischen Regierung niemand: Einstellung des Siedlungsbaus, Verhandlungen mit dem Ziel der Beendigung der seit mehr als 36 Jahren andauernden Besetzung palästinensischer Gebiete." Herr Flottau, diese Lösung ist einfach genial. So einfach. Was würden wir ohne Sie machen. Wir haben tatsächlich nie daran gedacht. Aber wer soll denn unser Verhandlungspartner sein? Ist denn die andere Seite (sprich Arafat, Djihad, Hamas) bereit, den Staat Israel zu akzeptieren (sogar nur im Kernland)? Oder leiden wir nur unter einer Phobie, wie Sie es zu Beginn Ihres Artikel erwähnt haben?

Wir können es nicht verhindern, dass Flottau in solch einem eindimensionalem, anti-israelischen Gedankenschema lebt. Es ist für uns jedoch bedenklich, dass die BaZ solch einen Artikel abdruckt (und dann noch auf der Frontseite).

Redaktion BaZ: redaktion@baz.ch

 
Heiko Flottau erwähnt in seinem Artikel "Arafat ernennt Notstandsregierung" (Seite 4), dass es in der Westbank un dem Gazastreifen 506 israelische Kontrollposten und Strassensperren gibt. Vielleicht hätte Flottau auch erwähnen sollen, dass es in Israel tausende von Sicherheitsbeamten gibt, die vor Restaurants, Einkaufszentren, Kinos, Supermarkten etc. etc. postiert sind? Dass ein Familienausflug in ein Restaurant am Strand von Haifa mit einer fünfachen Beerdigung enden kann?

Redaktion BaZ: redaktion@baz.ch


07/10/2003

Sowohl die NZZ als auch die BaZ berichten über die Sitzung des UNO Sicherheitsrates nach dem Angriff Israels auf Terroristentrainingslager in Syrien. Sowohl Cls. in der NZZ ("Hitzige Nahost-Debatte im Uno-Sicherheitsrat", Seite 2) als auch Pierre Simonitsch in der BaZ ("Syrien fordert von der UNO ein «klares Signal", Seite 4) erwähnen, dass Syrien das einzige arabische Land ist, das zur Zeit Sitz im Sicherheitsrates hat. An dieser Stelle hätte erwähnt werden sollen, dass es ein Mitglied der UNO gibt, dem der Sitz im Sicherheitsrat verweigert wird: Israel. Damit Israel Einsitz in den UNO Sicherheitsrat habe kann, muss es Mitglied einer "Region" in der UNO sein. Es sind dies die arabischen Staaten in der "Asien"-Region, die Israel die Mitgliedschaft in dieser Region verweigern. Aus diesem Grund ist Israel der einzige Mitgliedstaat in der UNO, der nicht im Sicherheitsrat sitzen kann. Es besteht die Möglichkeit, dass Israel in den nächsten Jahren in die "Europa" Region eingeteilt wird.

Redaktion BaZ: redaktion@baz.ch
Redaktion NZZ: redaktion@nzz.ch


07/10/2003

Sowohl die NZZ als auch die BaZ berichten über die Sitzung des UNO Sicherheitsrates nach dem Angriff Israels auf Terroristentrainingslager in Syrien. Sowohl Cls. in der NZZ ("Hitzige Nahost-Debatte im Uno-Sicherheitsrat", Seite 2) als auch Pierre Simonitsch in der BaZ ("Syrien fordert von der UNO ein «klares Signal", Seite 4) erwähnen, dass Syrien das einzige arabische Land ist, das zur Zeit Sitz im Sicherheitsrates hat. An dieser Stelle hätte erwähnt werden sollen, dass es ein Mitglied der UNO gibt, dem der Sitz im Sicherheitsrat verweigert wird: Israel. Damit Israel Einsitz in den UNO Sicherheitsrat habe kann, muss es Mitglied einer "Region" in der UNO sein. Es sind dies die arabischen Staaten in der "Asien"-Region, die Israel die Mitgliedschaft in dieser Region verweigern. Aus diesem Grund ist Israel der einzige Mitgliedstaat in der UNO, der nicht im Sicherheitsrat sitzen kann. Es besteht die Möglichkeit, dass Israel in den nächsten Jahren in die "Europa" Region eingeteilt wird.

Redaktion BaZ: redaktion@baz.ch
Redaktion NZZ: redaktion@nzz.ch


05/10/2003

Die Sonntagszeitung berichtet heute über den grauenvollen Terroranschlag im Restaurant Maxim in Haifa vom 4/9/2003 mit folgendem Titel: "Israel kündigt harte Reaktion an". Erst der Untertitel erwähnt die Opfer des Anschlages.
Israel wird wiederum als "hart reagierend" dargestellt. Wieso werden nicht die Opfer im Haupttitel erwähnt? Wieso findet die geplante israelische Reaktion mehr Gewicht als die Familien, die bei diesem Terroranschlag ausgelöscht wurden?

Redaktion SonntagsZeitung: redaktion@sonntagszeitung.ch


01/10/2003

Die BaZ berichtet über die Festnahme von islamistischen Terroristen in Algerien (http://www.baz.ch/news/index.cfm?objectID=EF4DB866-5360-43D1-87E62E8658941199). Es interessant festzustellen, dass es in Algerien islamistische Terroristen gibt. Aber nicht in Israel. Hier handelt es sich immer um "Aktivisten" oder "Radikale". Wir würden gerne von der BaZ wissen, wie Sie "Terrorist" definieren, und was der Unterschied zwischen einem "islamistischen Terrorist" in Algerien und einem "radikal-islamischen Aktivist" in Israel ist.

Redaktion BaZ: redaktion@baz.ch


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