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Die BaZ veröffentlicht auf der Frontseite einen
Artikel von Heiko Flottau (Kairo), der den Angriff Israels auf
ein Terroristen-Trainingslager in Syrien kommentiert, mit dem
Titel "Krieger Sharon provoziert" (klicken Sie
hier für eine
Abschrift des Artikel).
Dieser Artikel ist eine Ansammlung anti-israelischer Aussagen
und Behauptungen, die willkürlich und ohne Logik
zusammengestellt wurden.
Für Flottau sind zwei Dinge klar:
1. Sharon ist brutal, kriegerisch, machthungrig, blutrünstig und
total gescheitert.
2. Israel muss sich nur aus dem Westjordanland und dem Gaza-Streifen
abziehen, um augenblicklich den israelisch-arabischen Konflikt zu
lösen.
Es ist eine bekannte Tatsache, dass die Medien
die Aktionen der israelischen Regierung und der israelischen
Armee als die Ursache der Spirale der Gewalt dargestellen. Auch
wird Ministerpräsident Sharon gerne "brutal" dargestellt. Eine
genaue Analyse des Artikels zeigt, dass auch Flottau nach diesem
Schema schreibt.
| Flottau |
Kommentar SwissMediaWatch |
| "Mit
seinem Angriff auf Syrien hat Israel eine neue Runde im über
einhundert Jahre alten Konflikt zwischen Arabern und Juden
eröffnet." |
Wie
kommt Flottau zu dieser bombastischen Behauptung? Wieso ist
es wiederum Israel, das an einer neuen "Gewaltrunde"
verantwortlich ist? Ist es nicht Syrien, das
Terrororganisationen Unterschlupf gewährt? Ist es nicht
Syrien, das die Hizbollah unterstützt, die regelmässig den
Norden Israel angreifen? Ist es nicht Syrien, das quasi den
Libanon besetzt hält? Der Libanon weigert sich, die
Verantwortung für die Ruhe an der israelisch-libanesischen
Grenze zu übernehmen. Geschieht dies nicht unter syrischem
Druck? Hat demnach nicht Syrien schon mehrmals einen neue
Runde der Gewalt eröffnet? |
| "Ob
sich aus der Bombardierung eines offenbar bedeutungslosen
Palästinenser-«Lagers» ein neuer Nahostkrieg entwickelt,
wird allerdings nicht in Damaskus, sondern in Jerusalem und
Washington beschlossen. Die Entscheidung hängt weitgehend
von der Antwort auf eine einzige Frage ab: Passt ein neuer
Krieg in das tagespolitische und in das strategische Konzept
der die Region regierenden Herren, passt ein Krieg in das
Konzept von George W. Bush und Ariel Sharon?" |
Für
Flottau ist diese Bombardierung das erste Zeichen eines
Krieges. Wer die Medien hier in Israel verfolgt hat, weiss,
dass niemand von einem neuen Nahostkrieg spricht. Diese
Unterstellung Flottaus ist völlig aus der Luft gegriffen und
dient Flottau, Sharon ein kriegerisches Image
anzuhängen (auch George W. Bush wird von Flottau nicht
verschont). |
| "Er
ist mit dem Versprechen angetreten, eine dem Staat Israel
von Geburt an innewohnende Phobie endgültig zu besiegen:
stets in Angst vor einer feindlichen Umgebung leben zu
müssen." |
Phobie: Abnorme, sich entgegen besserer Einsicht zwanghaft
aufdrängende Angst (Roche Lexikon der Medizin, 1987).
Wer in Basel wohnt, und von einem militärischen Angriff
Deutschlands und Frankreichs Angst hat, leidet unter einer
Phobie. Wer jedoch in Israel lebt, und von seinen nächsten
und weiteren Nachbarn schon mehrmals angegriffen wurde und
wird, der Leidet nicht unter einer Phobie sondern lebt in
einer brutalen Wirklichkeit.
Wer in Basel im Restaurant der Kunsthalle sitzt, und Angst
vor einem Terroranschlag hat, leidet unter einer Phobie. Wer
in Israel in den Autobus steigt, ins Restaurant geht, das
Einkaufszentrum besucht oder seine Kinder in die Schule
schickt und Angst vor einem Terroranschlag hat, der leidet
nicht unter einer Phobie sondern lebt in einer schrecklichen
Wirklichkeit.
Die Angst, mit der die Juden in Israel seit Jahrzehnten zu
leben haben, ist keine Phobie. Diese Angst ist Wirklichkeit
und die Bedrohung ist tagtäglich spürbar. |
| "Diese
Angst ist insofern angeboren, als die zionistischen Siedler,
wie einst die europäischen Siedler in Amerika, nicht in ein
menschenleeres Land kamen, sondern sich Einwohnern gegenüber
sahen, welche einzelne Einwanderer zwar begrüssten, die
Übernahme ihres Landes durch die Immigranten aber ganz und
gar nicht tolerieren wollten." |
Quasi nach dem Motto: Je einfacher, einseitiger und
ungenauer, desto besser. Man hat den Eindruck, als ob
Flottau nur Geschichtsbücher der Palestinian Authority
gelesen hat. |
| "Zwar
könnte die israelische Armee alle Nachbarn ohne allzu grosse
Mühe besiegen. Aber gegen die Terroranschläge von Hamas und
Jihad hat Israel trotz Mauerbaus und Ermordung vieler Hamas-
und Jihad-Führer kein Mittel gefunden." |
Flottau hat hier vollkommen Recht. Terror kann leider nicht
nur mit Panzern bekämpft werden. Ein wichtiger Teil ist die
Bekämpfung der Staaten, die diese Terrororganisationen
unterstützen und finanzieren. Unter anderen auch Syrien.
Leider vermeiden es die Medien, über die verhinderten
Terroranschlägen zu berichten. Ohne den kompromisslosen
Kampf der israelischen Streitkräfte gegen die
palästinensischen Terroristen, gäbe es noch viel mehr
israelische Opfer zu beklagen. |
| "..indem
er Sharon grünes Licht zum Marsch auf Damaskus gibt..." |
Flottau sieht schon israelische Panzerkollonen auf Damaskus
rollen. Was für ein Interesse sollte Israel haben, einen
Krieg gegen Syrien zu führen? Von der Bombardierung von
Terroristenlagern in Syrien bis zur Besetzung von Damaskus
ist es ein Weiter weg. Syrien stellt für Israel im Moment
keine direkte Bedrohung dar. Also, wieso dann
Kriegsgefahr? Oder ist dies nicht ein weiterer Versuch
Flottaus, Sharon als brutalen, rücksichtslosen Krieger
darzustellen? |
| "Zum
Beispiel: Entgegen allen anders lautenden Meinungen war der
Junikrieg von 1967 kein Angriffskrieg der Araber oder des
damaligen ägyptischen Herrschers Gamal Abdel Nasser.
Vielmehr wurde er bewusst von Israel herbeigeführt, wie der
renommierte israelische Historiker Avi Shlaim nachgewiesen
hat." |
Wird eine Meinung, die gegen alle anders lautenden ist,
automatisch zur absoluten Wahrheit? Bei Flottau ja. Dass es
viele Historiker gibt, die Shlaims Meinung nicht teilen,
dürfte sicher sein. Aber sie passt in Flottaus anti-israelisches
Konzept. Klicken Sie
hier für mehr Informationen zu diesem Thema. |
| "Die Frage vielmehr
besteht darin, ob Israel durch
Sharon in eine solch ausweglose Lage
manövriert wird, dass es im Krieg einen
Ausweg aus dem Dilemma sucht." |
Wie
soll ein Krieg gegen Syrien Sharon aus dem "Dilemma" führen?
Was würde Israel ein Besetzung Syriens geben? Und von was
für einem Dilemma Sharons spricht Flottau überhaupt? |
| "Krieg ist über Jahrzehnte
jenes Medium gewesen
und geblieben, in dem sich der
vom General zum Ministerpräsidenten
gewordene Sharon wohl fühlt." |
Sharon der Krieger. Sharon der Militarist. Sharon der Krieg
liebt, weil er sich in diesem Medium wohl fühlt. Da kann
Flottau Sharon so richtig böse darstellen. Und die
ehemaligen und jetzigen Gegner Sharons waren und sind ja
alles nur Engel..... |
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"Eine, die durch eine
engere Kooperation Syriens mit der libanesischen
Hizbollah und palästinensischen
Widerstandsgruppen geschaffen
wird? Eine solche Strategie,
schreibt die jordanische Zeitung «Al-
Dustur», sei vom syrischen Aussenminister
Faruk as-Sharaa nach dem israelischen Angriff vom Montag in die
Diskussion gebracht worden." |
Zur
Diskussion gebracht? Diese enge Zusammenarbeit zwischen
Syrien, der Hizbollah und den palästinensischen
Terrororganisationen besteht seit Jahren. Hier soll wiederum
Israel die Schuld in Schuhe geschoben werden, dass es zu
solch einer Kooperation gekommen ist. Denn eigentlich sind
sowohl Syrien, die Hizbolla und die palästinensischen
Terrororganisationen friedfertig und werden nur durch die
brutale militärmacht Israel zu Aktionen gezwungen....... |
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"Dem Nahen Osten würde in diesem Fall
ein neuer Präventivkrieg drohen." |
Ein
Moment, Herr Flottau, das haben wir nicht verstanden. Was
war der erste Präventivkrieg? Der Sechs-Tage-Krieg? Heisst
das also, dass Avi Shlaim nun doch nicht recht hat (siehe
oben)? |
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"An die einfachste Lösung des Konflikts
denkt derzeit zumindest in der israelischen
Regierung niemand: Einstellung
des Siedlungsbaus, Verhandlungen
mit dem Ziel der Beendigung der seit
mehr als 36 Jahren andauernden Besetzung
palästinensischer Gebiete." |
Herr Flottau, diese Lösung ist einfach genial. So einfach.
Was würden wir ohne Sie machen. Wir haben tatsächlich nie
daran gedacht. Aber wer soll denn unser Verhandlungspartner
sein? Ist denn die andere Seite (sprich Arafat, Djihad, Hamas)
bereit, den Staat Israel zu akzeptieren (sogar nur im
Kernland)? Oder leiden wir nur unter einer Phobie, wie Sie
es zu Beginn Ihres Artikel erwähnt haben? |
Wir können es nicht verhindern, dass Flottau in
solch einem eindimensionalem, anti-israelischen Gedankenschema
lebt. Es ist für uns jedoch bedenklich, dass die BaZ solch einen
Artikel abdruckt (und dann noch auf der Frontseite).
Redaktion BaZ: redaktion@baz.ch

Heiko Flottau erwähnt in seinem Artikel "Arafat
ernennt Notstandsregierung" (Seite 4), dass es in der Westbank
un dem Gazastreifen 506 israelische Kontrollposten und
Strassensperren gibt. Vielleicht hätte Flottau auch erwähnen
sollen, dass es in Israel tausende von Sicherheitsbeamten gibt,
die vor Restaurants, Einkaufszentren, Kinos, Supermarkten etc.
etc. postiert sind? Dass ein Familienausflug in ein Restaurant
am Strand von Haifa mit einer fünfachen Beerdigung enden kann?
Redaktion BaZ:
redaktion@baz.ch |