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Swiss Media Watch - Bulletin 08/2003

 
 

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30/08/2003

Die NZZ veröffentlichte heute (und am 31/8/2003 in der internationalen Ausgabe) folgenden Leserbrief:

Natinalstaat Israel -eine Fehlkonstruktion?
Schon lange wundere ich mich, weshalb das grösste «Wahrnehmungsdefizit» im Palästina-Konflikt nie ausgesprochen wird. Nun bietet die ungeschminkte Betrachtung von R. Glückmann (NZZ 14. 8. 03) einen Anlass dazu. Er deckt zwar das Defizit selbst nicht auf, deutet es aber an, wo er betont, dass der Konflikt um Israel «kausal durch dessen Existenz und die vorangegangene Kolonisation ausgelöst worden ist». Wenn nämlich das die Ursachen sind, so war die Errichtung eines Nationalstaates Israel in Palästina eine Fehlkonstruktion. Denn was von Anfang an den mehrheitlichen Widerstand ansässiger und angrenzender Araber hervorrief, wird mit ihnen nie zu wahrem Frieden finden.
So trifft schuldlose Tragik alle heutigen Akteure auf beiden Seiten, ob Personen oder Staaten. Und was sie auch immer unternehmen werden, es kann zu keiner befriedigenden Lösung führen. Schade um die grossartigen Leistungen, die Israeli vollbracht haben. Ihren grossen Traum haben sie nicht zu verwirklichen vermocht. Die Geschichte wird dereinst die Fehlkonstruktion erkennen, wie sie die Kreuzzüge mit ihrem «befreiten Jerusalem», trotz kulturell bereichernden Nebenwirkungen, als historischen Fehlschlag erkannt hat.
Hans Heinrich Meier (Schaffhausen)

Ist es nicht bedenklich, dass die NZZ einen Leserbrief veröffentlicht wird, der Israel als Fehlkonstruktion und historischen Fehlschlag bezeichnet und somit das Existenrecht Israels in Frage stellt?

Redaktion NZZ: redaktion@nzz.ch


28/08/2003

Die NZZ berichtet in ihrem Artikel "Arafat ruft zu neuer Waffenruhe auf" (Kristina Bergman aus Kairo) auf der Frontseite (natürlich mit einer Fotografie mit "klassischem" Intifada Motiv: Steinewerfender Palästinenser gegen Israelischen Panzer) unter anderem über den missglückte Helikopterangriff auf einen Hamasführer.
"Zwei Kampfhelikopter nahmen im Schutz der Dunkelheit einen Wagen auf der belebten Strasse zwischen Gaza und dem Flüchtlingslager Jabaliya ins Visier, in dem Khaled Massaud, ein Führer des militärischen Flügels der Hamas, sass. Als dieser die Helikopter bemerkte, flüchteten er und zwei Begleiter ins Gedränge. Trotzdem feuerten die Soldaten drei Raketen ab; ein älterer Ladeninhaber wurde getötet, 23 Personen, unter ihnen mehrere Kinder, wurden verletzt."
Gemäss NZZ haben die Piloten genau gesehen, dass der Hamasführer mit Begleiter flüchteten und TROTZDEM haben die Piloten gefeuert. Woher weiss das Bergmann? Sass sie neben den Piloten? Hat sie die Piloten befragt? Oder geht es nicht einfach nur darum, Israel als brutale, über Leichen von unschuldigen Zivilisten marschierende Macht darzustellen? Kann so was noch als seriöser Journalismus bezeichnet werden?

Redaktion NZZ: redaktion@nzz.ch


12/08/2003

Bravo! Nach mehreren "Geburtswehen" wird in der BaZ-online endlich betont, dass der "Waffenstillstand" von den "radikalen Palästinensern" einseitig ausgerufen wurde ("Burns und Sharon zusammengekommen" http://www.baz.ch/news/index.cfm?objectID=862A5B47-667C-4EB7-AEC7EB712F433781). Ausserdem wird betont, dass für die USA die Auflösung der Terrororganisationen höchste Priorität hat.

Redaktion BaZ: redaktion@baz.ch


12/08/2003

In der Printausgabe berichtet Astrid Frevel auf Seite 5 über die Hizbollah mit dem Titel "Die Hizbollah verliert ihre Trümpfe". Leider kann es Frevel, in diesem prinzipiell ausgewogenen Artikel, nicht lassen, wiederum Israel als ersten "Agressor" darzustellen. Sie berichtet zu Beginn des Artikel zuerst ausführlich über die Überflüge israelischer Kampfflugzeuge über Beirut, aber erst im dritten Abschnitt schreibt sie über die Attacke der Hizbollah auf den Norden Israels, bei dem ein 16jähriger Junge getötet wurde. Wieso ist es unmöglich, über die Ereignisse in chronologischer Folge zu berichten? Wieso wird Israel immer zuerst als "Agressor" dargestellt?

Redaktion BaZ: redaktion@baz.ch


12/08/2003

Gestern berichtete die NZZ (Printausgabe) über den Angriff von Hizbollah mit einer kleinen Meldung auf Seite 2 (siehe unseren Bericht vom 11/8/2003). Und heute? Auf der Frontseite ist ein Artikel mit der Überschrift: "Vergeltungsschlag Israels im Süden Libanons". Sobald Israel als "Agressor" dargestellt werden kann, dann wird dies an prominenter Stelle gemacht.


Aber Israel als Opfer? Als kleine Meldung auf Seite 2.......
Zufall oder System? Die Antwort liegt auf der Hand.

Redaktion NZZ: redaktion@nzz.ch


11/8/2003

Wie berichtet die Printausgabe der NZZ über die letzten Ereignisse an der Nordgrenze Israels? Ganz bescheiden mit einer kleinen Meldung auf Seite 2. Die Überschrift lautet: "Neue Gewalt im Nahen Osten". Kein Wort in der Überschrift wer der Agressor war (Hizbolla) und auf welcher Seite unschuldige Opfer zu beklagen waren (Israel). In diese 98 Worte langen Meldung wurde gleichzeitig über die Ereignisse im Norden, über einen Granatenangriff auf eine israelische Siedlung im Gazastreifen und über die Beerdigung von zwei Hamasmitgliedern in Nablus berichtet.

Würde die NZZ in dieser minimalistischen Art auch über einen israelischen Angriff mit Toten berichten? Sollte nicht erwähnt werden, dass es sich beim Angriff der Hizbollah um einen Verstoss seitens Libanon gegen eine UNO Resolution handelt?
Mit dieser Art von "objektiver" Berichterstattung hat die NZZ wiederum bewiesen, dass sie die Ereignisse im Nahen Osten mit verschiedenen Ellen misst.

Redaktion NZZ: redaktion@nzz.ch


09/08/2003

Der "Tages-Anzeiger" verwendet in seinem Artikel "Israel wirft Syrien und Libanon Destabilisierung vor" (http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/297533.html) eine sehr interessante Terminologie. Unter anderem heisst es dort:

"Die von der Uno kontrollierte Grenzregion ist umstritten. Während die Uno und Israel davon ausgehen, dass es sich um besetztes syrisches Land handelt, betrachten Syrien und seine Verbündeten das Land als libanesisches Gebiet."

Umstrittene Grenzregion? Die UNO hat die Grenze des Libanons festgelegt, das oben erwähnte Gebiet ist gemässe UNO kein Teil Libanons. Wieso heisst dies "umstritten"? Nur weil sich der Libanon und Syrien nicht mit der Grenzlegung der UNO einverstanden sind? Nur weil die Hizbollah anderer Meinung ist? Würde der "Tages-Anzeiger" den Ostteil von Jerusalem und die jüdischenn Siedlungen in der Westbank und dem Gazastreifen auch als "umstrittenes Gebiet" bezeichen? Kaum. Der "Tages-Anzeiger" hat hier Tatsachen falsch dargestellt. Ausserdem hat der "Tages-Anzeiger" es unterlassen zu erwähnen, dass sich der Libanon weigert, die UNO Resolution 425 nach dem völligen Rückzug Israels aus dem Süden Libanons zu erfüllen. Diese UNO Resolution (http://ods-dds-ny.un.org/doc/RESOLUTION/GEN/NR0/368/70/IMG/NR036870.pdf?OpenElement) fordert die libanesische Regierung auf, ihre Truppen entlang der internationalen Grenze zu postieren und Angriffe auf israelisches Gebiet zu verhindern.

Redaktion Tages-Anzeiger online: online-news@tages-anzeiger.ch
Sandra Manca, Leiterin Redaktion Tages-Anzeiger online: sandra.manca@tamedia.ch
Redaktion Tages-Anzeiger: redaktion@tages-anzeiger.ch

Chefredaktion Tages-Anzeiger Peter Hartmeier : peter.hartmeier@tages-anzeiger.ch


09/08/2003

Auf Seite 4 berichtet die BaZ mit folgender Schlagzeile "Hamas droht Israel mit Anschlägen" über die israelische Aktion bei Nablus. Im letzten Abschnitt diese Artikels wird nebenbei über den Angriff der Hizbollah auf Israel berichtet. Der Text lautet:

Erstmals seit knapp sieben Monaten beschoss die libanesische Schiitenmiliz Hizbollah mit Granaten und Raketen Stellungen der israelischen Armee im umstrittenen Grenzgebiet. Die israelische Armee beschoss daraufhin mehrere Ortschaften in Südlibanon mit insgesamt acht Raketen.

Wieso heisst es "umstrittenes Grenzgebiet". Die UNO hat klipp und klapp festgelegt, dass sich Israel aus dem ganzen Libanon zurückgezogen hat. Es kann sich daher nicht um ein "umstrittenes" Grenzgebiet. handeln. Für Hizbollah jedoch reicht dieses "umstrittenen" Grenzgebiet von Kirjat Schmonah im Norden bis nach Eilat im Süden.....

Wieso werden die Raketen der Israeli gezählt, die der Hizbollah jedoch nicht? Kann der Leser so mehr erfahren? Dies ist völlig unverständlich.

Wieso wurde diese Meldung nicht mit Überschrift gebracht? Die BaZ hätte auch erwähnen müssen, dass es sich bei diesem Angriff um einen Verstoss gegen die UNO Resolution 425. Israel hat sich gemäss dieser UNO Resolution vollständig aus dem Libanon abgezogen. Diese UNO Resolution (http://ods-dds-ny.un.org/doc/RESOLUTION/GEN/NR0/368/70/IMG/NR036870.pdf?OpenElement) fordert die libanesische Regierung auf, ihre Truppen entlang der internationalen Grenze zu postieren und Angriffe auf israelisches Gebiet zu verhindern. Der Libanon hat sich bisher geweigert, der Forderung dieser UNO Resolution nachzukommen. Diese Tatsache hätte erwähnt werden sollen.

Redaktion BaZ: redaktion@baz.ch


09/08/2003

Die NZZ nimmt es mit den Fakten nicht so genau. Im Bericht von Kristina Bergman (ber.) aus Kairo mit dem Titel "Tödliche Razzia der Israeli bei Nablus" auf der Frontseite wird unter anderem über den einseitig ausgerufenen Waffenstillstand der Terrororganisationen berichtet. Unter anderem steht folgendes:
Eine Schiesserei zwischen Aktivisten der Hamas und israelischen Truppen in einem Flüchtlingslager bei Nablus hat vier Tote gefordert und die nahöstliche Waffenruhe erneut belastet.
Einer der politischen Führer der Hamas in Gaza, Ismail Abu Shanab, erklärte, Israel habe mit seinem jüngsten Einsatz gegen den Waffenstillstand verstossen. Diesen hatten die drei wichtigsten militanten palästinensischen Gruppen vor fünf Wochen erklärt und weitgehend eingehalten. Die israelische Armee hatte es sich trotz dem Abkommen nicht nehmen lassen, mehrmals nachts ins Westjordanland einzudringen und angebliche Terroristen festzunehmen.

Dieser Waffenstillstand wurde einseitig von den Terrororganisationen ausgerufen. Diesem Waffenstillstand gingen keine Verhandlungen zwischen Israel und eben diesen Terrororganisationen voraus. Israel hat demnach keine  Verpflichtung gegenüber diesem Waffenstillstand. Es handelt sich daher nicht um ein Abkommen, wie Bergman fälschlicherweise schreibt. Israel ist nur gegenüber den Abkommen mit der Palestinian Authority (PA) verpflichtet. in der "Roadmap" steht jedoch ausdrücklich, dass die PA die Terrororganiationen entwaffnen und auflösen muss. Diesem Teil des Abkommens sind die Palästinenser jedoch bisher noch nicht nachgekommen. Kein Wort davon jedoch im Bericht von Bergman. Wieso schreibt Bergman nicht, dass es die Palästinenser sind, die die nahöstliche Waffenruhe belasten? So sind es doch die Palästinenser, die ohne Unterbruch versuchen, in Israel Terroranschläge zu verüben. Bergman geht es nur darum, Israel als Schuldige darzustellen. Und dies mit schlichtweg falschen Informationen.

Beim Bericht über den Angriff der Hizbollah kommt der Eindruck auf, dass dieser Angriff berechtigt ist, denn die Granaten "schlugen in den sogenannten Chebaa-Farmen an der von Israel kontrollierten libanesisch-syrischen Grenze ein." Es wäre angebracht zu erwähnen, dass es sich bei diesem Angriff um einen Verstoss gegen die UNO Resolution 425. Israel hat sich gemäss der UNO vollständing aus dem Libanon abgezogen. Diese UNO Resolution (http://ods-dds-ny.un.org/doc/RESOLUTION/GEN/NR0/368/70/IMG/NR036870.pdf?OpenElement) fordert die libanesische Regierung auf, ihre Truppen entlang der internationalen Grenze zu postieren und Angriffe auf israelisches Gebiet zu verhindern. Der Libanon hat sich bisher geweigert, der Forderung dieser UNO Resolution nachzukommen. Diese Tatsache hätte erwähnt werden sollen.

Redaktion NZZ: redaktion@nzz.ch


08/08/2003

Die BaZ berichtet über eine israelische Militäraktion in einem Flüchtlingslager bei Nablus (http://www.baz.ch/news/index.cfm?objectID=9C9B9A4E-00BD-4FC5-8BB768F590AD065A). Dabei heisst es:

"Obwohl die grossen Palästinenserorganisationen nach dem Waffenstillstand vom 29. Juni die Zahl der Gewalttaten drastisch reduziert haben, führt Israel seine Razzien im Westjordanland unverändert fort. Beinahe jede Nacht finden in Städten, Dörfern und Flüchtlingslagern Kontrollen statt und werden Menschen verhaftet."

Mit diesem Absatz soll Israel wieder angeschwärzt werden. Die BaZ unterlässt es, den Leser darauf hinzuweisen, dass dieser Waffenstillstand einseitig von den Terrororganisationen ausgerufen wurde. Israel hat somit keine Verpflichtungen gegenüber dieser sogenannten "Hudna", die nur ein taktischer Waffenstillstand ist. Es sieht so aus, als ob die Palästinenser tatsächlich fast keine Terroranschläge unternehmen, es aber die Israelis sind, die wiederum einseitig brutal handeln. Die BaZ unterlässt es fahrlässig, die Leser zu informieren, dass in der Zeit dieser "Hudna" dank den Aktionen der israelischen Armee dutzende von Terroranschlägen verhindert werden konnten (ganz abgesehen von den durchgeführten Anschlägen).

Der Ton dieses Artikels ist ganz klar: Israel ist die böse Macht, die sich nicht an den Waffenstillstand halten will. Dies ist natürlich absurd, da Israel keine Verpflichtungen gegenüber diesen einseitig ausgerufen Waffenstillstand hat. Stellen Sie sich vor, die italienische Mafia ruft einen einseitigen "Waffenstillstand" aus, das heisst, sie beteuert, in den nächsten Monaten keine Verbrechen zu begehen. In diesen drei Monaten beschliesst jedoch die italienische Polizei, führende Mafiaköpfe zu verhaften. Würde die BaZ dies auch als ein Fehlverhalten der italienischen Polizei anklagen?

Redaktion BaZ: redaktion@baz.ch


07/08/2003

Die BaZ berichtet über Collin Powel mit der Überschrift "Israel: Powell verstärkt Druck wegen Sicherheitszaun"  (http://www.baz.ch/news/index.cfm?objectID=9D36277A-F411-4AEF-A48A833BAD8731BB). Weiter steht in diesem Artikel folgendes:
"
Der amerikanische Aussenminister Colin Powell hat seine Kritik an Israel wegen des so genannten Sicherheitszauns an der Grenze zum Westjordanland verstärkt. Er drohte am Donnerstag damit, die Finanzhilfen der USA für Israel zu verringern, wenn die Regierung von Ministerpräsident Ariel Scharon den Verlauf des Zaunes nicht ändere. Bereits am Montag hatte ein US-Regierungsbeamter angedeutet, die USA könnten aus Protest ihre Finanzhilfen an Israel zurückschrauben."
Es scheint, dass Powell scharfe Kritik an Israel ausübt. Dies geschah jedoch in Wirklichkeit gar nicht. Beim Nachlesen der Abschrift dieser Pressekonferenz (http://www.state.gov/secretary/rm/2003/23111.htm) wird ersichtlich, dass Powell sich überhaupt nicht druckvoll gegenüber dem Bau des Sicherheitszaunes geäussert hat. Er zeigt auch, dass die Amerikaner prinzipielles Verständnis für den Bau des Zaunes haben.

Hier sind die Zitate:
"And as you know, there is a discussion ongoing with the Israelis about the fence that is being put up. And, in certain places, the fence is actually a wall.
We have concerns about that fence. We have problems with it. We have expressed our concerns to the Israelis, and the Israelis are considering the problems that we have identified to them, and we expect that dialogue to continue until we can find a solution."
"
With respect to the fence, all of us put fences up when we feel a need for a fence on our property, and we try to do it in a way that does not prejudice anyone else's property or anyone else's rights. In the case of this fence, Israel felt there was a need to put up such a fence for security purposes, and the President has said that we understand that.
It is when the fence begins to intrude on land that is not on the Israeli side of the green line, or starts to intrude in a way that makes it more difficult for us to make the case for a viable Palestinian state, or starts to cut off certain towns and villages or in other ways interfere with Palestinian activity in Palestinian towns and villages, then is it appropriate for us to say to our Israeli friends, "Look, we have a problem here," and particularly as they are getting ready for the next stages of this fence construction project.
And that is what we are doing. We have identified some problems with the subsequent stages of the fence, what's going on, and we are going to be discussing those problems with them."

Auch über die "Finanzhilfe", bei der es eigentlich um Darlehensgarantien geht und nicht um direkte Zahlungen an Israel, berichtet die BaZ falsch. Powell droht überhaupt nicht direkt, die Darlehnsgarantien zu kürzen.

Hier das Zitat:
With respect to loan guarantees, we have not made any decisions yet, and certainly have not made any announcements yet. But we have to be faithful to the Congressional direction that we had with respect to how to use these loan guarantee monies.

Die BaZ berichtet nicht nur falsch über die Pressekonferenz, sie unterlässt es auch, wichtige Äusserungen von Powell zu zitieren. Powell äussert sich ausführlich über das Fehlverhalten der Palästinensern betreffend deren Kampf gegen den Terrorismus.

Hier das Zitat:
But we need to see a lot more. We need to see a more concerted effort against the capacity for terrorist activity on the Palestinian side. It is not enough just to have a ceasefire, a hudna, as it is called, which could be ended any day. What we really need is a concerted effort on the part of the Palestinian Authority to go after those organizations within the Palestinian community that have the capacity of conducting terrorist acts, organizations such as Hamas, Palestinian Islamic Jihad.
We can't have a situation where, during a time of a ceasefire, those organizations are improving their capability, testing new weapons or creating new factories in order to build more weapons. So we are looking for a concerted effort on the part of the Palestinian security officials to go after the infrastructure, the terrorist infrastructure that exists within the Palestinian community

Wenn die BaZ findet, dass Powell Druck auf Israel ausübt, dann kann dieses Zitat nur als scharfe Kritik an den Palästinensern verstanden werden. Doch diese Kritik Powell's ist der BaZ keine Überschrift wert. Die BaZ hat wiederum bewiesen, dass sie nicht objektiv über den Nahostkonflikt berichten kann. Sie bevorzugt eine eindeutig anti-israelische Linie.

Redaktion BaZ: redaktion@baz.ch


06/08/2003

Wann ist es endlich soweit, dass Journalisten wahrheitsgetreu über die Umsetzung der Roadmap berichten? Auch Astrid Frefel, die aus Kairo für den Tages-Anzeiger berichtet, tut sich schwer damit. In ihrem Bericht "Die Roadmap hängt an einem seidenen Faden" werden die letzten Ereignisse im Nahen Osten in einen falschen Zusammenhang zur Roadmap gebracht. Dies mit dem Effekt, dass Israel wiederum als Schuldiger dargestellt wird.
 
Zitat Kommentar
Die schwelende Kontroverse über die Freilassung palästinensischer Gefangener und Schüsse auf ein israelisches Auto verdüstern das Klima rund um die Roadmap, den von den USA unterstützten Friedensplan. Es sollte in der Zwischenzeit auch bis nach Kairo vorgedrungen sein, dass die Freilassung der Gefangenen KEIN Teil der Roadmap ist. Die Freilassung der Gefangenen mit dem Beschuss auf eine israelisches Auto in einem Satz mit der Roadmap zu erwähnen, ist eine Verfälschung der Tatsachen.
Das ist eine der Bedingungen, die die militanten Gruppierungen für die Einhaltung ihres dreimonatigen Waffenstillstandes aufgestellt haben. Hier hätte erwähnt werden sollen, dass dieser Waffenstillstand einseitig von den Terrororganisationen ausgerufen wurde. Israel hat keine Verpflichtung gegenüber diesem Waffenstillstand. Übrigens, wieso wird jemand, der Selbstmordattentäter in Bussen und Discos in Israel in die Luft jagt mit "militant" und nicht mit "terroristisch" Bezeichnet?
Aus einem Hinterhalt schossen sie in der Nähe von Bethlehem auf ein israelisches Auto, zwei Personen wurden dabei schwer, zwei weitere leicht verletzt. Wieso wird hier nicht erwähnt, dass es sich bei diesem 4 Verletzten um eine Mutter und ihre drei Kinder handelt?
Als Reaktion hat Israel erklärt, es würden keine weiteren Gebiete der palästinensischen Kontrolle unterstellt, bis die Täter gefasst seien. Wie oben erwähnt, hat Israel keine Verpflichtung gegenüber dem einseitig ausgerufenen Waffenstillstand. Es ist aber gemäss Roadmap an den Palästinensern, solche Terroranschläge zu verhindern und die Terrororganisationen zu entwaffnen und aufzulösen. Dieser Forderung der Roadmap sind die Palästinenser bisher überhaupt nicht nachgekommen, sie weigern sich sogar, dies auch in Zukunft zu tun (siehe weiter unten).
Israel verlangt von Abbas, die militanten Gruppierungen zu entwaffnen. Wie oben erwähnt: Nicht nur Israel verlangt dies, sondern es steht schwarz auf weiss als erster Punkt in der Roadmap.
Der Versuch einer Entwaffnung berge die Gefahr eines Bürgerkrieges unter den Palästinensern hat Hamas anlässlich des Versuches vom Wochenende, 20 Militante der Al-Aqsa-Brigaden nach Jericho zu überstellen, wiederholt. Roadmap! Roadmap! Bürgerkrieg hin oder her: Die Palästinenser haben sich bei der Unterzeichnung der Roadmap verpflichtet, diese Terrororganisationen zu entwaffnen. Wieso kritisiert Frefel nicht, dass sich die Palästinenser nicht an die Roadmap halten?
Hamas und Jihad machen auch keinen Hehl daraus, dass ihre Geduld langsam zu Ende geht und sie eine Gegenleistung für ihre einseitige Waffenruhe sehen wollen. Die Aktivisten sollten sich bereithalten, hiess es unlängst in einem Aufruf. Hamas und Jihad rufen einseitig einen Waffenstillstand aus. Nun verlangen sie von Israel eine Gegenleistung und gleichzeitig rufen sie ihre "Aktivisten" (das heisst besser Terroristen) auf, sich bereit zu halten. Israel wird nun einfach erpresst. In der Zwischenzeit konnten sich diese Terrororganisationen neu organisieren. Dies ist auch das Hauptziel der Hudna, bei der es sich nicht um einen Friedenswaffenstillstand handelt, sondern um eine strategische Waffenruhe, um die eigene Position zu stärken. Klicken Sie hier für mehr Informationen über die "Hudna".
Israel stoppt weiteren Rückzug

300 000 Geschädigte durch die Mauer
Dies sind die zwei einzigen Zwischentitel im Artikel. Dabei wird Israel wiederum schlecht dargestellt. Wieso werden zum Beispiel nicht folgende Überschriften gebracht:
- Palästinenser weigern sich Roadmap umzusetzen
- Israelische Mutter und drei ihrer Kinder bei Anschlag verletzt
- Hamas und Jihad drohen mit neuen Anschlägen.

Frefel hat sich keine Mühe gemacht, objektiv zu berichten. In diesem Artikel werden Fakten in den falschen Zusammenhang gebracht, um damit Israel in ein schlechtes Licht zu stellen. Das Fehlverhalten der Palästinenser wird zu wenig betont oder auch gar nicht erwähnt.

Redaktion Tages-Anzeiger online: online-news@tages-anzeiger.ch
Sandra Manca, Leiterin Redaktion Tages-Anzeiger online: sandra.manca@tamedia.ch
Redaktion Tages-Anzeiger: redaktion@tages-anzeiger.ch

Chefredaktion Tages-Anzeiger Peter Hartmeier : peter.hartmeier@tages-anzeiger.ch


04/08/2003

Die BaZ berichtet über den israelischen Innenminister Poras, für den einzelne Punkte des Friedensplanes (Roadmap) sowohl für Israel als auch die Palästinenser unerfüllbar sind. Die Überschrift jedoch lautet: "Nahost-Friedensplan ist für Israel unerfüllbar". Wieso wurde nur Israel im Titel erwähnt und nicht auch die Palästinenser? Soll damit wiederum Israel die Schuld zugeschoben werden? Diese Kritik scheint vielleicht "kleinlich" zu sein. Es sind aber eben solche Meldungen, die nicht von alle Lesern gelesen werden. Viele Leser überfliegen die Zeitung oder die Internetsite und konzentrieren sich nur auf die Titel (so wie wir es mit Konflikten und Schlagzeilen aus anderen fernen Ländern machen). Aber etwas bleibt immer hängen. Und hier ist es wiederum das scheinbare Faktum, dass Israel den Friedensplan nicht erfüllen kann. Die Palästinensische Seite bleibt bei dieser Headline nicht erwähnt.

Schreiben Sie der BaZ: redaktion@baz.ch


03/08/2003

Der "Bund" berichtet über die Fertigstellung des ersten Teils des Israelischen Sicherheitszaun (http://www.bund.ch/ebund.asp?SOURCE=/news/eBund/Ausland/417788.HTML). Am Schluss des Artikels schreibt Michael Fankhauser über die "Häftlingsfrage":
"Der palästinensische Forderung nach einer Freilassung von rund 7700 in Israel inhaftierten Palästinensern gehört zu den Hauptstreitpunkten im Friedensprozess. Die israelische Regierung hat sich lediglich bereit erklärt, einige hunderte Gefangene freizulassen."
Fankhauser unterschlägt wiederum die Tatsache, dass die "Häftlingsfrage" kein Teil der Roadmap ist. Im Gegenteil: Die Palästinenser weigern sich, den wichtigste Teil der Roadmap, die Entwaffnung der Terroristen und die Auflösung der Terrororganisationen, auszuführen. Dies wurde in den letzten Tagen mehrmals von Dachlan und Abbas betont. Wieso wird nicht darauf hingewiesen?

Schreiben Sie dem Bund: ebundredaktion@derbund.ch
Michael Fankhauser: m.fankhauser@derbund.ch


03/08/2003

In der Blick-Online Ausgabe vom 03/08/2003 wird über die Terroristen, die Unterschlupf bei Arafat gefunden haben, berichtet ("Arafat will Millitante rausschmeissen"). In diesem Bericht steht folgendes:
"Die Verhandlungen über einen Transfer der Männer ins israelische Jericho gehen aber weiter."
Die Israelische Regierung wird sich sicherlich freuen, dass der Blick Jericho nach Israel verpflanzt hat....

Ausserdem wird über einen 14 jährigen Palästinenser berichtet, der beim hantieren mit Sprengstoff ums Leben kam. Der dementsprechende Abschnitt beginnt folgendermassen:
"Dem blutigen Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis fiel am Wochenende ein 14-Jähriger zum Opfer."
Wer nicht weiter liest, bekommt sofort den Eindruck, dass die Israelis diesen 14 jährigen Jungen erschossen haben. Erst anschliessend wird über die wahren Vorkommnisse berichtet.
Diese Art von Berichterstattung ist nicht objektiv und hat mit seriösem Journalismus nichts zu tun. Oder ist der "Blick" etwa nicht seriös???

Schreiben Sie dem Blick: redaktion@blickonline.ch


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