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Jassir Arafat - im Porträt

Lebenslanger Kampf für Palästinenser-Staat
Sein Leben hat Jassir Arafat "der palästinensischen Sache" gewidmet. Er selbst sagt, er sei mit ihr verheiratet. Seit mehr als drei Jahrzehnten agiert Arafat für das Recht auf Selbstbestimmung der Palästinenser.

Jassir Arafat, stets in Khaki-Uniform gekleidet, mit schwarz-weiß-karierter Keffiah und Stoppelbart, sieht in der Ausrufung eines unabhängigen palästinensischen Staates den Höhepunkt seiner durch dramatische Tiefschläge und Erfolge geprägten Karriere.

Studentenführer im Gaza-Streifen
Im August 1929 vermutlich in Kairo, vielleicht aber auch in Jerusalem oder Gaza wurde er als Rahman Abd-el Raouf Arafat al-Kudwa al Husseini geboren. Das politische Parkett betrat er in den fünfziger Jahren erstmals als Studentenführer im damals von Ägypten verwalteten Gaza-Streifen. Als ägyptischer Offizier kämpfte er im Nahost-Krieg 1956 gegen Israel. Danach gehörte er zu den Gründern der Guerilla-Organisation Fatah. 1969 wurde er zum Chef der Palästinenischen Befreiungsorganisation PLO gewählt.

Bereits ein Jahr später erlebte Arafat im "Schwarzen September" eine seiner größten Niederlagen, als jordanische Truppen die PLO aus dem Land jagten. 1974 sprach er vor den Vereinten Nationen erstmals von Frieden mit Israel. Doch 1982 verjagten ihn die Israelis zunächst einmal aus Beirut nach Tunis. Im Nachbarland Algerien proklamierte Arafat 1988 - als Wechsel auf die Zukunft - einen Palästinenserstaat.

Friedensnobelpreis 1994
Im Golfkrieg stellte sich Arafat auf die Seite des Irak. Doch nach der Niederlage von Saddam Hussein setzte er vehement auf einen Ausgleich mit Israel und dem Westen. Ab 1992/93 gelang unter Mithilfe der Norweger der Durchbruch. 1994 erhielt der einst von Israel als "Terrorist" gebrandmarkte Mann zusammen mit den israelischen Politikern Izchak Rabin und Schimon Peres den Friedensnobelpreis. 1996 wählten ihn fast 90 Prozent der Palästinenser im Westjordanland und im Gaza-Streifen zum Präsidenten der Autonomiebehörde.

2000 scheiterte in Camp David ein letzter Versuch Clintons, Arafat und den israelischen Regierungschef Ehud Barak zu einem Friedensvertrag zu bewegen. Der Besuch des späteren Barak-Nachfolgers Ariel Scharon auf dem Tempelberg löste die zweite Intifada aus. Ein Jahr später brach Israel nach zahlreichen Selbstmordattentaten und israelischen Militäraktionen den Kontakt zu Arafat ab und stellte ihn faktisch unter Hausarrest. 2002 erklärte Scharon Arafat offiziell zum "Feind Israels". Die Regierung beschloss, Arafat nach den jüngsten palästinensischen Terroranschlägen auf Israelis "völlig zu isolieren".

Jassir Arafat - im Porträt

Lebenslanger Kampf für Palästinenser-Staat
Sein Leben hat Jassir Arafat "der palästinensischen Sache" gewidmet. Er selbst sagt, er sei mit ihr verheiratet. Seit mehr als drei Jahrzehnten agiert der stets umstrittene Kämpfer für das Recht auf Selbstbestimmung der Palästinenser.

Jassir Arafat, stets in Khaki-Uniform gekleidet, mit schwarz-weiß-karierter Keffiah und Stoppelbart, sieht in der Ausrufung eines unabhängigen palästinensischen Staates den Höhepunkt seiner durch dramatische Tiefschläge und Erfolge geprägten Karriere.

Im August 1929 - offiziell in Jerusalem, vielleicht aber auch in Kairo oder Gaza - wurde er als Rahman Abd-el Raouf Arafat al-Kudwa al Husseini geboren. Das politische Parkett betrat er in den fünfziger Jahren erstmals als Studentenführer im damals von Ägypten verwalteten Gaza-Streifen. Als ägyptischer Offizier kämpfte er im Nahost-Krieg 1956 gegen Israel. Danach gehörte er zu den Gründern der Guerilla-Organisation Fatah. 1969 wurde er zum Chef der Palästinenischen Befreiungsorganisation PLO gewählt.

Arafat für gemeinsamen Staat
Bereits ein Jahr später erlebte Arafat im "Schwarzen September" eine seiner größten Niederlagen beim Versuch, den jordanischen König Hussein zu stürzen. Lange hatte die PLO die völlige Befreiung Palästinas zum Ziel. Doch 1974 sprach Arafat vor den Vereinten Nationen erstmals von Frieden mit Israel und forderte sogar einen gemeinsamen Staat.

Innerhalb seiner Organisation galt Arafat als gemäßigt, den Ruf des Terroristen wurde er aber nie ganz los - zu viele blutige Anschläge wurden im Namen Palästinas verübt, ohne dass Arafat allzu kritische Worte dafür fand.

Verlierer des Golfkrieges
Im Golfkrieg stellte sich Arafat auf die Seite des Irak - und gehörte damit zu den Verlierern des Krieges. Danach setzte er vehement auf einen Ausgleich mit Israel und dem Westen. Ab 1992/93 gelang unter Mithilfe der Norweger der Durchbruch. 1994 erhielt Arafat zusammen mit den israelischen Politikern Izchak Rabin und Schimon Peres den Friedensnobelpreis. 1996 wählten ihn - der acht Jahre zuvor den Staat Palästina proklamiert hatte - fast 90 Prozent der Palästinenser im Westjordanland und im Gaza-Streifen zum Präsidenten der Autonomiebehörde.

Doch immer wieder hatte Arafat Schwierigkeiten, den verschiedenen Interessen innerhalb der PLO und unter den Palästinensern gerecht zu werden. Seine Amtsführung als Präsident wurde häufig kritisiert: Mangel an Demokratie, staatliche Willkür und Korruption lauteten die Vorwürfe. Sein größtes Problem blieb aber, dass er die palästinensischen Extremisten nie unter Kontrolle bekam - und viele Beobachter hegten zunehmend Zweifel, ob er das überhaupt wolle.

Der Präsident unter Hausarrest
Arafat verlor immer mehr an Macht - vor allem international. 2000 scheiterte in Camp David ein letzter Versuch Clintons, Arafat und den israelischen Regierungschef Ehud Barak zu einem Friedensvertrag zu bewegen. Der Besuch des späteren Barak-Nachfolgers Ariel Scharon auf dem Tempelberg löste die zweite Intifada aus. Ein Jahr später brach Israel nach zahlreichen Selbstmordattentaten und israelischen Militäraktionen den Kontakt zu Arafat ab und stellte ihn faktisch unter Hausarrest.

2002 erklärte Scharon Arafat offiziell zum "Feind Israels". Die Regierung beschloss, Arafat nach den jüngsten palästinensischen Terroranschlägen auf Israelis "völlig zu isolieren".

Nur langsam kam der Friedensprozess 2003 wieder in Gang, und auf dem politischen Parkett agiert jetzt - Arafats Widerstand zum Trotz - vor allem der neue palästinensische Ministerpräsident Abbas. Die Ehe mit der palästinensischen Sache scheint im Alltagstrott versunken.